Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Abriss der Geologie Syriens
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 130 - Konglomerate und Kalke unterlagernde Basalt ist durch basaltische Tuffe innig mit den ersteren verbunden, so dass man auf eine direkte zeitliche Aufeinanderfolge der Eruption und der marinen Absätze schliessen darf. In Mittelsyrien gehören der gleichen miocänen Periode nur zwei Vorkommnisse an der heutigen Meeresküste an, nämlich die Kalke mit Clypeastern und Ostrea crassissima von Taräbulus und des Dschebel Terbol, dann der poröse Lithothamnienkalk des niedrigen Dimitrihügels im Untergrund Beiruts. Eine zweite jungtertiäre Meerestransgression fand im Untern Pliocän (der ,,dritten Mediterranstufe") statt. Die Verbreitung der Ablagerungen aus dieser Periode ist wesentlich anders als die des Miocäns. Im „eigentlichen Syrien" im geologischen Sinne (vergl.'dazu,,Altneuland", 1904, S. 290) finden wir ^marines Unterpliocän in Gestalt von Konglomerat, Mergelsandstein, dunkelgrauen Mergeln und Nulliporenkalk zunächst an der Nordwestgrenze gegen das ,,Taurische Syrien" hinter Lädikije im Becken des Nahr el-Kebir, dann auch am westlichen Fuss des Nosairier- Gebirges in Verbindung mit vulkanischen Ergüssen in dem Basaltgebiet von Karat el-Markab. Auch an der Südseite des Nosairier- Gebirges zwischen diesem und dem Libanon, die bis dahin zusammenhingen, vollzog sich in dieser Zeit ein grosser Einbruch, der es dem Unterpliocän ermöglichte, hier eine schmale Bucht nach Westen tief ins Innere bis halbwegs Palmyra auf kurze Zeit zu senden, bis ein ausgedehnter Basalterguss im Westen von Horns den Eingang in diese Bucht zuschüttete. Parallel dieser ostwestlichen Meeresbucht scheint sich gleichzeitig eine Kette von kleinen Süsswasserseen im Zentrum Mittelsyriens von Zahle im Libanon in Westost-Richtung, also quer gegen die heute herrschende Nordnordwest-Richtung aller dortigen Gebirgszüge, bis tief in den Antilibanon erstreckt zu haben; dunkle Kalke mit Planorben und Hydrobien kamen darin zur Ablagerung. In Südsyrien oder Palästina kennt man hingegen weder marine noch lakustre Ablagerungen aus dieser Periode. Mit dem Oberpliocän am Ende der Tertiärperiode treten wir in die wichtigste Phase, welche die geologische Geschichte Syriens kennt, die unruhige Zeit des Oberpliocäns und Unterdiluviums.' Sie fällt zusammen mit der ersten Hälfte der grossen Eiszeit. Gewöhnlich unterscheidet man heute innerhalb dieser grossen Eiszeit vier Teileiszeiten getrennt von drei Interglazialzeiten; Von diesen vier Eiszeiten fällt die erste noch ins Pliocän