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Altneuland · 1905-04-01 · Heft 4 (April 1905) · p. Seite 102

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 4 (April 1905)
Article
Die Coethener Kurse für koloniale Technik
Date
1905-04-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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— 102 — Dampfkessel werden wohl zumeist unterschätzt. Es wurden die bei der Montage angewandten Hilfsmittel, beso nders die Montagemaschinen besprochen. Ein besonderes Interesse beanspruchten die von Ingenieur Michel abgehaltene zweistündige Vorlesung und sechsstündige Uebung im Maschinenbaulaboratorium, die sich mit den Wärmekraftmaschinen beschäftigten. Da Palästina an Holz und Kohlen arm ist, so wird sich die Verwendung von Petroleum- und anderen Kraftgasmotoren für die industriellen Betriebe als unumgänglich notwendig erweisen. Wird doch schon heute mit diesen Motoren in Palästina sowohl zur Wasserförderung wie zum Betrieb kleinerer Industrien gearbeitet. Ingenieur Michel erklärte die Erzeugung der mannigfachen Kraftgase, besprach die Entwicklungsgeschichte und die heutige Konstruktion der Dampfkessel und der Dampf- und Gasmaschinen, und führte alsdann verschiedene Formen dieser Wärmekraftmaschinen mit ihren zahlreichen Hilfsapparaten und Kontrollinstrumenten im Betriebe vor. Ein wichtiges Kapitel stellt auch der Eisenbahnbau dar, ein Thema, das Eisenbahnbau-Inspektor Grosshein-Cöthen in vier s Stunden besprach. Der Vortragende legte besonderen Wert darauf, die Unterschiede festzulegen, die sich für den Eisenbahnbau auf unserem Kontinent und dem in den warmen Ländern ergeben, wo es an geeigneten Transportwegen, an brauchbarem Menschenmaterial, an . guten Karten fehlt — Verhältnisse, die nicht für Palästina, wohl aber für die deutschen Kolonien in Ostafrika zutreffen. — Diesem Zyklus von rein technischen Vorlesungen schlössen sich einige nationalökonomischen Inhalts an. Direktor Dr. Föhr sprach über Zinsgenossenschaft und Kolonialpolitik (1 Stunde). Nachdem er die Lehre von Dührings Gewaltanteil und die verschiedenen utopistischen Vorschläge zur Beseitigung des Zinses besprochen hatte, ging er auf die ernsten Sanierungsversuche ein, auf das Scheckwesen, auf Flürscheins Warenbanken und die Zinsgenossenschaft. Da unter den Genossen fast ausschliesslich Wertmarken zirkulieren, fast das ganze verdiente Bargeld aber in der Zentrale auf Zinseszins in Staatspapieren angelegt wird, so strömen dem Staate so gewaltige Kapitalien zu, dass diese Institution nach Ansicht des Vortragenden vielleicht imstande sein könnte, den Zins in einem unser gesamtes Wirtschaftsleben umgestaltenden Masse zu reduzieren. Dr. Föhr empfahl vor allem, die Begründung von Zins-

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