Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- Die Coethener Kurse für koloniale Technik
- Date
- 1905-04-01
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
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— 101 — sie aus eigener Anschauung kennen gelernt hat. Er erklärte an der Hand zahlreicher Skizzen die verschiedenen Formen von Pflügen, Ackerwalzen, Eggen, Säemaschinen, Heuwender, Mähmaschinen, Getreidereinigungsmaschinen, Dampfpflügen, Lokomobilen, Maschinen zur Verarbeitung von Obst und Tabak, zur Gewinnung von ätherischen Oelen und die im Orient gebräuchlichen Oel- und Weinpressen. Ingenieur Kraze-Cöthen las zwei Stunden über Ton-, Kalk- und Zementindustrie in den Tropen, ein Thema, das auch vom Igenieur Matern-Charlottenburg in dessen Vorlesung über die Baukeramik in den Kolonien behandelt wurde. Ingenieur Kraze besprach in gleicher Weise die deutschafrikanischen Kolonien wie Palästina. Bezüglich Palästinas verwandte er die von Dr. Blankenborn ausführlicher vorgetragenen Resultate seiner geologischen Untersuchungen zur Beurteilung der Frage, wie weit die Bodenverhältnisse zur Errichtung rentabler keramischer Betriebe geeignet erscheinen. (Uebrigens sei hier gleich erwähnt, dass Ingenieur Kraze wie mehrere andere Dozenten des Cöthener Technischen Instituts eine kurze Darstellung der in den Kursen behandelten Gegenstände in dieser Zeitschrift in Form von Einzelartikeln veröffentlichen werden. Anm. d. Red.) Ebenso wichtig für die industrielle Zukunft Palästinas wie die Frage der Verwendbarkeit des in Palästina vorkommenden Kalks und der bituminösen Gesteinsarten ist auch die Frage der Ausnützung der Wasserkraft für maschinelle Betriebe, eine Frage, die bei dem Vorhandensein der starken Jordangefälle von besonderer Bedeutung ist. Dieses Thema wurde von Ingenieur Langhein-Cöthen in vierstündiger Vorlesung an der Hand sehr zahlreicher und übersichtlicher Zeichnungen behandelt. Es wurde die Anordnung der Stauhwehre, Kanäle und Schützenzüge erklärt; dann wurden die je nach der Situation zu wählenden verschiedenartigen Wasserkraftmaschinen, die in den Kolonien zur Anwendung gelangen könnten, besonders die Wasserräder und Turbinen besprochen, ihre Konstruktion, ihre Eigenschaften und ihr Anwendungsgebiet. Ingenieur Löhner-Cöthen sprach zwei Stunden über die Montage in den warmen Ländern. Diese Frage würde bei der Errichtung grösserer Industrien in den Kolonien eine bedeutende Rolle spielen. Schon die Schwierigkeiten der Verladung, des Transports und der Ausladung grösserer Maschinen oder riesiger