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Altneuland · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. Seite 56

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Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Die Kolonisation von El-Arisch
Date
1905-02-01
Page
Seite 56 (sequence 7)
Language
German
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— 56 — der orxo'j;j.evTj des fruchtbringenden Pfluges harren, ist es da wert, dass man sich bemüht, das Leben in eine fast verlassene Region wieder einzuführen? Sicherlich nicht! Jedoch in der Geschichte der Völker gibt es verhängnisschwere Bahnen zu durchlaufen. Die mittelländische Küste des peträischen Arabiens, welche den Ring zwischen Aegypten und Palästina bildet, wurde Jahrhunderte hindurch von Eroberern, Heeres- und Handelszügen zertreten; in den Gefilden von Pelusium, welches den Schlüssel Aegyptens darstellte, wurde zu verschiedenen Malen der Kampf um die Herrschaft der Welt ausgefochten, von Sanherib bis Kambj^ses, von Xerxes bis zu den drei Artaxerxes, von Alexander bis zu den Ptolemäern und Antiochern, von M. Anton bis zu Balduin und Napoleon. Der Handel, welcher so lange Zeit hindurch diesem nun seit Jahrhunderten verlassenen Wege folgte, wird notwendigerweise wiederum dort hindurchzugehen haben. Binnen weniger Jahre werden die asiatischen Gebiete des ottomanischen Reiches mit einem Netze von Eisenbahnen bedeckt sein; die im Dezember 1899 geschlossene endgültige Konzession für die deutsche Bagdadlinie setzte als Arbeitszeit acht Jahre fest; demnach wird die Bahn, welche heute vom Bosporus aus quer durch Kleinasien führt, im Jahre 1908 mit 2500 km den Euphrat, den Tigris, Bagdad, Bassora, den Persischen Golf erreichen. In vielleicht nicht mehr ferner Zeit wird die Linie durch Persien und Beludschistan hindurch sich dem nordischen Netz anschliessen, und die persischen Bahnen, für welche Russland im Jahre 1900 die ausschliessliche Konzession erlangt hat, werden denjenigen Transkaukasiens die Hand reichen und sich mit der transsibirischen Bahn vereinigen. Inzwischen befindet sich ausser den kurzen Linien Syriens, welche Beirut mit Damaskus, cAkka mit Haifa,1) Jaffa mit Jerusalem verbinden, die grosse Hedschas-Bahn im Bau, die — dem Karawanenwege folgend — von Damaskus aus nach Ma'an, Medina, Mekka führen wird, um das Meer bei Dscheddah zu erreichen; und eine Abzweigung von dieser Linie, mittels welcher eines Tages der Sultan von seiner Hauptstadt nach der Stadt des Propheten .überzusiedeln imstande wäre, wird die grosse Pulsader Arabiens mit dem Golfe von cAkaba am Roten Meer in Verbindung setzen. Dann aber wird eine Eisenbahn, welche Asien und Afrika miteinander verbindet, unvermeidbar sein, und der grausame Briareus wird seine Arme über die drei Teile der alten Welt ausgestreckt haben. Gegen Ende 1879 fasste der Erzherzog Ludwig Salvator während eines Winteraufenthaltes in Aegypten mit Rücksicht auf die schlechten Ankerplätze im südlichen Palästina den Plan, dieses Land mittels einer, dem kürzesten Wege, nämlich demjenigen der Karawanen von Kantara bis El-Arisch, folgenden Eisenbahn mit Aegypten in Verbindung zu setzen, und mit seiner oben zitierten Reise gerade hatte er im Auge, festzustellen, ob das Projekt durchführbar sei. Das Fazit war indes ein negatives und brachte das Zugeständnis, dass die Bahn nicht gebaut werden könnte, weil sie fortwährend vom Sande bedroht und deswegen mit ungeheuren Erhaltungskosten belastet sein würde. Dessenungeachtet setzte noch 1891 Anton Joussef Loufty Be}^ ein von ihm stammendes Projekt2) einer Eisenbahn Ismailia—Katia—El-Arisch auseinander, wobei er deren Nützlichkeit, nicht nur für den Verkehr der Reisenden, sondern auch für den Austausch der in Aegypten so gut wie unbekannten Reich-!) Eine solche Linie existiert nicht. Verf. meint doch sicherlich die Haifa-Damaskusbahn. D. Red. 2) V. Bulletin de la Societe Khediviale de Gdographie du Caire 1891.

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