Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- Einige Bemerkungen zu dem Artikel "Die Mühlenindustrie in Palästina"
- Date
- 1905-02-01
- Page
- Seite 48 (sequence 6)
- Language
- German
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— 48 — zur Verfügung stehen. Wenn wir also sogar annehmen, dass der Mühlenbesitzer immer glücklich spekuliert, dass er immer seinen Weizen gut einkauft und die Mehle noch besser absetzt, so wird das für das Unternehmen verwandte Kapital nicht weniger als 50000 Frcs. betragen, wovon die Hälfte, wie wir .sahen, ziemlich spekulativ angelegt ist. Und dieses Kapital wird 2390 Frcs. Reingewinn bringen, also kaum 5 %! Und man dar! uns nicht Pessimismus vorwerfen. Denn ebenso wie das Interesse für die kleineren und grösseren Mühlen, die sich auf die Verarbeitung fremden Getreides basieren, im Lande stark ist, sind die Mühlen, die für eigene Rechnung arbeiten, im Misskredit. Wir kennen jüdische Schlosser und Maschinisten, die mit.sehr geringen Mitteln und unter Inanspruchnahme des Kredits einfache Bauernmühlen schufen, welche ihnen die Möglichkeit gaben, ihre Schulden zu bezahlen und eine relative .Selbständigkeit zu erreichen. Dieselben Flachmühlen, aber doppelt und dreifach so gross, bereichern den Unternehmer, wenn sie in einem bevölkerten Zentrum gelegen sind und wenig unter Konkurrenz zu leiden haben. Aber Mühlen, die bei den gegenwärtigen Verhältnissen auf Spekulation basiert sind, gehen ihrem Ruin entgegen. Wir empfehlen auch schon seit langer Zeit die ersteren und warnen vor den letzteren. Was nun die Herstellung von Perlgraupenaus Gerste betrifft, so halten wir einen Versuch nach dieser Richtung für sehr wünschenswert, sehen es aber als unsere Pflicht an, darauf aufmerksam zu machen, dass die in Aussicht gestellten Gewinne lange nicht so leicht zu erzielen und brillant sind, wie es der Verf. schildert. Hier leidet nämlich seine Berechnung wiederum an grossen Irrtümern. „Bei Gewinnung der Perlgraupen aus Gerste erhält man ca. 40% Graupen, ca. 40 % Kleie und ca. 20% Gerstenmehl." Pas ist zweifellos nur dort richtig, wo man mit einer ausgesuchten Ware, die von einer reinen Ernte herrührt, zu tun hat. Aber nicht einmal 5% Abfall bei unseren Gersten, wie sie uns hier <ier Markt bietet, in Rechnung bringen zu wollen, ist doch zu unvorsichtig. Andererseits haben wir hier mit Gersten zu tun, die mehr oder weniger mager sind, teilweise auch schon degeneriert, wo also das Verhältnis der Spelzen ein viel höheres ist als bei den Gersten, die in Europa verarbeitet werden. Wir sind der Ansicht, dass ein Ertrag von 30 % Perlgraupen vernünftigerweise erwartet werden kann, nicht aber 40 %. Nun kommt aber folgendes in Betracht. Verf. sagt wörtlich: „Da man Kleie und