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Altneuland · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. Seite 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Prof. Dr. K. Furrer vor 20 Jahren über die Besiedlung Palästinas durch Juden
Date
1905-02-01
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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— 39 — schieden abgeraten im Hinblick auf den geringen Erfolg bisheriger Kolonisationsversuche. Meines Erachtens lag die Hauptschuld, dass letztere nicht gelangen, an ihren zu beschränkten Mitteln. Fieber vernichtete einen grossen Teil der Kolonisten bei Jaffa, weil für gehörige Ableitung von Sumpfwässern, für geregelten Ablauf des tiefen Nahr-el-Audsche nicht vorgesorgt war, weil man Anpflanzungen von Eukalyptusbäumen meines Wissens gänzlich versäumt hatte.1) Palästina genoss schon im Altertum den Ruhm eines gesunden Landes. Nirgends bietet die Natur daselbst der Sanierung unüberwindliche Hindernisse. Vielmehr werden nach Rückkehr der Kultur viele Gegenden desselben zahlreich besuchte Gesundheitsstationen werden, und wohlhabende .Leute gerne in Winterszeit Frühlingsluft im Jordantal gemessen. Die Hitze kann allerdings, namentlich an Meeresküste und den Tiefebenen am Jordan, sehr lästig werden, doch bringen fast den ganzen Sommer hindurch Nordwestwinde von morgens 9 bis abends 10 Uhr Milderung der Temperatur. Für Leute, die an die Sommerhitze der südrussischen Steppe gewöhnt sind, ist Palästinas Klima leicht zu ertragen. Durch rationellen Feldbau und Anwendung der modernen Ackergerätschaften werden die Kolonisten die Leistungen der Araber so sehr übertreffen, dass sie deren Konkurrenz nicht zu fürchten haben. Vor Plünderungen wird sich eine imposante wehrfähige Kolonie ohne Schwierigkeit schützen können. Eine Kolonie müsste Handwerker und Kaufleute in sich schliessen, doch der grossen Mehrheit nach aus Ackerbauern bestehen. Männer, die mit der modernen Landwirtschaft ganz vertraut sind, würden die Leitung des Ackerbaues übernehmen. Ich zweifle nicht, dass die intelligenten strebsamen jüdischen Jünglinge unter kundigen Führern bald zu tüchtigen Bauern sich ausbilden würden. Wahrlich, in einem Lande, da fruchtbarster Konstantinopel nach Jaffa und erhielt 1870 den Firmän über 2600 Dunam Land gegen einen jährlichen Pachtzins von 7500 Piastern. Er blieb in Mikweh-Israel bis 1874, kehrte dann nach Europa zurück, um 1877 wieder nach l'alästina zu gehen. Dieses Mal währte sein Aufenthalt in Palästina bis 1878. Dann kam er im Februar 1882 zum dritten Male nach Palästina und starb bereits am 2. Oktober 1882 in Mikweh-Israel, wo er auch unter einem schlichten Denkmal in. malerischer Umgebung begraben liegt. D. Red. 1) Hier scheint Verf. die erste Ansiedlung von Pethaeh-Thikwah, die schon 1878 erfolgte,, also noch vor Netters Tod, im Auge zuhaben. Bekanntlich litten die ersten Ansiedler von Pethaeh-Thikwah ausserordentlich an Fieber und waren gezwungen, nach Jehudieh, einem eine halbe Stunde südöstlich gelegenen Ort, überzusiedeln. Das Klima von Pethaeh-Thikwah hat sich bedeutend gebessert, und die Kolonie gehört jetzt zu den gesündesten. Die bedeutenden Eukalyptusanpflanzungen, die später angelegt wurden, haben zur Besserung des Klimas sehr viel beigetragen. D. Red.

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