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Altneuland · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Prof. Dr. K. Furrer vor 20 Jahren über die Besiedlung Palästinas durch Juden
Date
1905-02-01
Page
Seite 40 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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— 40 — Bqden auf Bebauung wartet, müsste keiner, der arbeiten will, betteln gehen. — Die Schwierigkeit wegen des Sabbatjahres (der Schmitta) könnte man zugunsten des Ackerbaues dadurch heben, dass man abwechselnd je das siebente Jahr einen- Teil der Felder brach liegen liesse. Andere gesetzliche Bestimmungen würden erst in Wirklichkeit treten, wenn die jüdische Kolonisation tiefe und starke Wurzeln im Lande gefasst haben wird. Wenn aber Herr Netter fürchtet, eine Einwanderung der Juden in ihre alte Heimat würde in Europa aufs schlimmste beurteilt werden, so möchte ich vielmehr behaupten: Die verständigen und wohldenkenden Leute aller Nationen werden es durchaus begreiflich finden, dass den Besten Israels ihr Heimatland teuer ist. War es bis dahin der höchste Wunsch unzähliger Juden, im Lande der Väter zu sterben, so verdient grössere Anerkennung doch der Entschluss desjenigen Geschlechtes, daselbst zu leben und mutig vorwärts schauend an einer grossen Kulturaufgabe mitzuarbeiten. Immer gehört zur Ausführung eines grossen Gedankens ein reiches Mass opferfreudiger Begeisterung. Möge Isreal aufs neue sein starkes Gemeinschaftsgefühl bewähren, möge vereinte Kraft etwas Grosses leisten zu bleibendem Segen, mögen tapfere Herzen im Vertrauen auf Gott alle Schwierigkeiten siegreich überwinden. Die Zeit ist gekommen, wo Israel vor den Augen der Welt aufs neue zeigen soll, dass es Willenskraft und Idealismus genug besitzt, um im Schweisse des Angesichts nach der Väter Weise das volle Glück der Heimat sich zu erarbeiten. Zahllose Tausende von Juden hat die herbe Not aus den bisherigen Wohnsitzen verdrängt, und bange Sorge lastet auf den Verfolgten. Möge bald der Tag kommen, wo sie auf den Fluren des alten Vaterlandes dankerfüllt den Gesang anstimmen können: „Siehe, er schlummert nicht und schläft nicht, der Israel behütet!" Dr. K. Furrer." Diesen sich auf einer genauen Kenntnis des Landes stützenden und von inniger Sympathie für unser Volk durchdrungenen Ausführungen des gelehrten Verfassers haben wir nichts hinzuzufügen. Sie sprechen allzu klar und beredt.

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