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Altneuland · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Prof. Dr. K. Furrer vor 20 Jahren über die Besiedlung Palästinas durch Juden
Date
1905-02-01
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 37 — Wärme die Früchte der Dattelpalmen reifen. Einst lebte hier eine nach vielen Tausenden zählende jüdische Bevölkerung, und Josephus schildert die Ebene Ghuweir als ein kleines Paradies, wo man während zehn Monate des Jahres reife Trauben brechen könne. Nordische Einwanderer müssten ihre Behausungen auf den umliegenden Höhen errichten. Hingegen wäre für Bestellung des Feldes die Hitze in den Ebenen nicht zu drückend. Gleich südlich vom See Genezareth dehnt sich viele Stunden weit rechts und links vom Jordan eine steinlose, äusserst fruchtbare Ebene aus, die westwärts mit der berühmten Ebene Jesreel in Verbindung steht. Auch hier wäre die nötige Bewässerung leicht zu gewinnen. Besonders gesegnet erscheint aber die Gegend um Bethsean (Besän) herum, wo auf einer kurzen Strecke fünfzig reiche Quellen hervorbrechen. Allerdings macht gerade dieser Wasserreichtum die Gegend ungesund, weil niemand für Ableitung des Wassers sorgt, so wenig Schwierigkeiten sie dort auch verursachen würde. Weit und breit sieht man dort kein bewohntes Dorf, und doch fänden hier Tausende von fleissigen Menschen vollgenügenden Unterhalt. Wollen wir von der Höhe über Tiberias nach dem Tabor wandern, so müssen wir mehrere stufenförmig über einander liegende Ebenen durchschreiten, die ich im Frühling mit strotzenden Disteln bedeckt sah, diesen unliebsamen Zeugen eines fruchtbaren Bodens. Rings um den Fuss des Tabor dehnen sich Fluren aus, auf denen die Herden der Beduinen üppige Weide finden. Reich gesegnet sind im ferneren die Ebenen Battauf und Jesreel, und all die genannten Gegenden haben entweder gar keine oder eine nur dünne Bevölkerung. Ohne Schwierigkeit Hesse sich von Genezareth aus über die Ebene Jesreel eine Verbindung mit dem Hafenplatz Haifa herstellen.1) j Wollen wir der Gegenden im Osten des Jordan gedenken, so möchte ich zunächst an das gras- und wasserreiche einsame Plateau von Dscholän erinnern, östlich vom See Genezareth, dann an die mächtigen heissen Quellen von Gadara, die mit ihrer malerischen Umgebung zur Gründung einer grossartigen Kuranstalt einladen. Auf die vielen Vorzüge des Hochlandes von Gilead hat bereits Herr Laurence Oliphant hingewiesen. Auch im Gebirge von Galiläa, Samaria und Judäa liegt noch viel unbebauter fruchtbarer Boden; ich erwähne nur beispielsweise Diese Verbindung existiert nunmehr seit einigen Monaten durch die Haifa—Damaskus- Bahn, die südlich vom See Genezareth den Jordan überschreitet und bei Besän in das Jesreeltal einbiegt, um, dasselbe durchziehend, Haifa zu erreichen. D. Red.

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