Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- Zum neuen Jahre
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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— 4 - minderwertige Flächen können nur durch kapitalistische Unternehmungen verwertet werden, sind aber für den Kleinbesitzer ungeeignet. 2. Die Pächter. Die Pächterfrage ist in Palästina noch sehr jungen Datums. Die Initiative in dieser Beziehung ist dem früheren Direktor der Farm von Sedschera zu verdanken. Der erste Versuch wurde von ihm mit vier der besten Arbeiter von Sedschera unternommen und schien auch in der Tat vielversprechend zu sein. Sieht man sich aber dieses „neue" System der Kolonisation etwas näher an, so wird man überrascht, mit denselben krankhaften Symptomen der wohltätigen Kolonisation zu tun zu haben, die man bei der übrigen Kolonisation Palästinas beobachtet. Da wir in der Lage sein werden, einen diesem Gegenstand gewidmeten Artikel in einer der späteren Nummern zu bringen, so beschränken wir uns hier nur auf den Hinweis, dass das Pächtersystem sich ebenso auf dem Grundsatz des Gebens an nichtsbesitzende Personen aufbaut wie die Kolonisierung. Der einzige Vorteil besteht darin, dass die Leute viel weniger Geldmittel erhalten, als die Kolonisten. Im übrigen unterscheidet sich dieses System bezüglich der erreichten Vorteile in keiner Weise von der Installierung von Kolonisten. Im Gegenteil, die Pächter haben mit Nachteilen zu kämpfen, die eine gedeihliche Entwickelung der Niederlassungen, abgesehen von dem prinzipiellen Fehler des einseitigen „Gebens", unmöglich machen. Die Pächter erhalten das Land auf ein Jahr, der Kredit wird ihnen nur auf ein Jahr gewährt, sie werden immer nur als „provisorisch installiert" betrachtet, können daher keine Gebäude und Höfe bauen, die für den Kleinbauer von unschätzbarem Wert sind. Was hindert nun den Pächter nach diesem „neuen" System bei einer schlechten Ernte, bei irgendwelchem sonstigen Missgeschick oder bei Fahrlässigkeit und Leichtsinn, den so leicht erreichten Posten mit leichtem Herzen aufzugeben und seinen Verpflichtungen bezüglich der erhaltenen Vorschüsse nicht nachzukommen? Wir haben gegenwärtig ca. 42 solcher Pächter in Galiläa und Samaria, und zwar in Bet-Dschen ca. 20, in Sedschera 12 und in Atlit 10. Hier müssen wir noch eine weitere Tatsache verzeichnen, die vielleicht dazu angetan ist, unseren Bestrebungen hier im Lande einen bedeutenden Vorschub zu leisten. Seit etwa drei Monaten erfolgte die Niederlassung von 16 russisch-jüdischen