Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- Zum neuen Jahre
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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— 3 - hier noch seltenen und darum erhebenden Anblick von Kolonisten, die hinter dem Pflug gehen und in die anderen Arbeiten im Feld und im Hof tätig eingreifen. Und nicht etwa die Jungen allein. Es sind, was viel merkwürdiger ist und dem Kenner der hiesigen Zustände fast unglaublich schien, die Alten, die eine solche Transformation durchgemacht haben. Eine sehr erfreuliche Wendung brachten uns die letzten zwei Jahre in der Hauranangelegenheit. Bekanntlich betrachtete man schon seit vielen Jahren die Besitzungen im Haurän als einen mehr oder weniger aufgegebenen Posten. Wir konstatieren mit grosser Befriedigung, dass es der J. C. A. in den letzten zwei Jahren gelungen ist, und zwar durch das planmässige, zielbewusste Vorgehen des von der Administration eingesetzten Beamten, die Grenzen der Besitzungen vor den Uebergriffen der Nachbarn zu schützen und sie teilweise schon durch Gräben festzulegen, eine bessere Ausnützung der Ländereien zu erreichen usw. Es ist zu hoffen, dass bei dem fortgesetzten energischen Vorgehen des jetzigen Administrators, dessen Tätigkeit von der Direktion in Paris günstig beeinflusst wird, die Besitzungen im Hauran allmählich wieder in geregeltere Verhältnisse gebracht werden und später auch zu einer anderweitigen Ausnützung dienen werden. Unsere Neuerwerbungen in Palästina sind im vergangenen Jahre nicht so sehr bedeutend, wie es nach den zahlreichen in die Presse gelangten Mitteilungen scheinen musste. Es wurden in Judäa in der Nähe der alten Kolonien einige kleinere Flächen erworben, die zur Konsolidierung der schon existierenden Kolonien dienen mussten. Ueber einige bedeutendere Käufe hier sowie in anderen Teilen des Landes wird unterhandelt, sie sind aber vorläufig noch zu keinem Abschluss gelangt. Auch hierin wird leider gesündigt: einerseits durch die ausschliessliche Bevorzugung Judäas bei Neukäufen, andererseits durch solche Vorstudien der Kaufobjekte, die in mehreren Beziehungen zu wünschen übrig lassen. Die Erfahrung hat uns das beigebracht, was schon bei einfacher Ueberlegung klar sein musste: nämlich, dass Flächen, die für die sofortige Ausnützung durch Kolonisten ungeeignet sind, nicht für den Weiterverkauf erworben werden dürfen. So blieb Kafr-Sabä (ca. 7000 Dunam) in der Nähe von Jaffa längere Zeit so gut wie gar nicht ausgenutzt. Die Administration der J. C. A. sah sich gezwungen, das Land einem Teil der Kolonisten von Pethach-Thikwah zur Beweidung und evtl. späteren Bepflanzung abzutreten. Solche