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Altneuland · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Zum neuen Jahre
Date
1905-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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— 2 — I. Ländliche Kolonisation. 1. Neue Kolonien. Bodenerwerbungen. Wie allgemein bekannt sein dürfte, brachten uns die letzten 3 Jahre einige neue Kolonien, sämtlich im nördlichen Teile des Landes. Diese Gründungen bedeuten aber nur eine Fortsetzung des alten Systems, d. i. des Systems der wohltätigen Kolonisation. Auf den in der Gegend von Tiberias und bei Zichron-Jacob angekauften Flächen wurden diejenigen Kolonisten und Söhne von Kolonisten angesiedelt, für die es in den alten Kolonien einerseits infolge des Ueberganges der grossen weinbauenden Kolonien zum Ackerbau, andererseits dank der Uebervölkerung derselben keinen Boden mehr gab. Diese Leute wurden auf den neuerworbenen Flächen „installiert": sie erhielten je 30 Hektar Boden, sowie 8000 Frcs. bar per Familie. Zu den bekannten Begleiterscheinungen dieses Systems der Gewährung der sämtlichen für die Einrichtung nötigen Mittel an Leute, die nichts besitzen, gesellten sich 2 Jahre ungünstiger Ernten. Die Missernten, über die wir in unserem Blatt seinerzeit berichteten, trafen diese Leute, die an das mehr oder weniger sorglose Dasein in den alten Kolonien gewöhnt waren und sich nie aus einer verwickelten Lage selbständig zu helfen wussten, besonders schwer. Die Administration dieser neuen Kolonien hielt es nicht für notwendig, den besonderen Charaktereigenschaften dieser Elemente Rechnung zu tragen, und zog das „Brechen" dem „Biegen" vor. Und so stehen sich momentan Kolonisten und Administration verbittert gegenüber, ohne sich gegenseitig verständigen, zu können. Derart ist der innere Zustand der Kolonien. "Was den äusseren Anblick derselben betrifft, so haben wir uns persönlich aus dem Vergleich unserer Kolonien mit der gleichaltrigen und z. T. um 1 Jahr jüngeren deutschen Kolonie "Wilhelma überzeugen können, dass unser Korrespondent, der die Lage der Kolonien in der Gegend von Tiberias in unserer No. 4 v. J. schilderte, nicht zu schwarz gesehen hatte. Hier mag vorläufig das Gesagte genügen, da wir demnächst in der Lage sein werden, einen besonderen diesem Gegenstande gewidmeten Artikel zu veröffentlichen. Von besserem Erfolge scheint der Systemwechsel, welcher zum Teil in dem Uebergang der Kolonisten vom Weinbau zum Ackerbau bestand, in Zichron-Jacob zu sein. Diese in der Vergangenheit in bezug auf Selbstbetätigung der Kolonisten an der Arbeit „par excellence" fahrlässige Kolonie zeigt uns jetzt den

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