Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1904)
- Article
- Die Mühlenindustrie in Palästina
- Date
- 1904-12-01
- Page
- Seite 359 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2266000-2266001-2266014-2266989--0734-2267046- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 359 — Falls ausser den hier angegebenen Ausgaben noch einige Spesen beim Einkauf der Getreide, sowie beim Verkauf des Mehls vorkommen können, so bleibt doch immer noch eine Dividende von über 25°/0 der Anlagekosten übrig. Dieser Gewinn kann bei Verwendung von Sauggasmotoren zum Betrieb der Mühle noch beträchtlich erhöht werden, da man anstatt der 500 Kisten Petroleum mit einem Wert von 3000 Frcs. nur 0,45X14 P-S-X 10 St- X 250Tage 15750kg Anthrazit ä 67 Frcs. pro Tonne 1050 Frcs. nötig hat. Die Anlagekosten kommen dabei allerdings etwas teurer. Es ist zu bemerken, dass der Mühlenbesitzer die kaufmännische Seite dieser Unternehmung verstehen und ein paar Tausend Francs Umsatzkapital besitzen muss, denn es ist schwierig, das ganze Jahr hindurch Getreidezufuhr von Fellachen zu haben, wodurch auch der Verdienst kleiner werden kann. Nähere Kalkulationen der Hochmühlen sind aus den schon oben erwähnten Gründen nicht durchgeführt. Es ist jedoch zu bemerken, dass weisses europäisches Weizenmehl diesen Winter (1904) in Jaffa mit 26 Frcs. pro 100 kg bezahlt wurde. Wir kommen jetzt zu den Graupenmühlen. Zurzeit sind noch in Palästina keine Graupengänge da, und der Gebrauch der Gerstegraupen ist auch der örtlichen Bevölkerung ganz unbekannt, da man in Palästina, insbesondere bei den Arabern, grosse Quantitäten von Reis, der den Perlgraupen so ähnlich ist (sowohl im äusseren Aussehen wie auch in der Art des Kochens und der Speisevorbereitung), verbraucht, und wenn man dabei die verhältnismässige Billigkeit der Perlgraupen im Vergleich zum Reis in Betracht zieht, so ist es wirklich zu verwundern, dass die russischen Juden, die an den Gebrauch der Perlgraupen von Hause aus gewöhnt sind und dabei mehrere Mühlen in Palästina besitzen, auf diesen Industriezweig noch nicht gekommen sind. Den Angaben des Deutschen Handelsarchivs nach wurden nach Palästina in den Jahren 1900 resp. 1901 durchschnittlich jährlich eingeführt: nach Jaffa ... ca. 4 000 000 kg Reis, „ Gaza . . . „ 400 000 „ „ „ Haifa . . . „ 494 000 „ „ „ 'Akkä . . . „ 638 000 „ „ insgesamt nach Palästina ca. 1 532 000 kg Reis,