Mannheim
Compact Memory

Altneuland · 1904-12-01 · Heft 12 (Dezember 1904) · p. Seite 355

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 12 (Dezember 1904)
Article
Die Mühlenindustrie in Palästina
Date
1904-12-01
Page
Seite 355 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2266000-2266001-2266014-2266989--0730-2267042
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 355 — zum grossen Teil aus Russland (Weinstein, Odessa) erfolgt, beträgt ungefähr jährlich laut dem Konsularberichte: nach Jaffa für ca. 300 000 Frcs. oder ca. 1 200 000 kg Weissmehl „ Haifa (indenJahren 1900—1901) „ 167 000 J „ lAkkä („ „ „ „ ) „ 150 000 „ Summa ca. 1 500 000 kg Weissmehl. Die Quantität des eingeführten Mehles variiert jährlich im Verhältnis zur Ernte des Landes. Zurzeit scheinen in Palästina nur kleinere Flachmühlen vorteilhaft zu sein, und zwar 1. kleine Bauernmühlen, die auf die Zufuhr von kleineren Posten Getreide seitens der Bauern (Fellachen) rechnen, und 2. etwas grössere Flachmühlen, die für die Zufuhr des Mahlgutes seitens der Fellachen wie auch für die Verarbeitung eigenen Getreides berechnet sind. Nur nach Beendigung der Haifa—Damaskus-Bahn könnten in Haifa 1—2 grössere Walzenmühlen, die feinere, weisse Mehlsorten aus dem Hauränweizen erzeugen sollen, existieren, einstweilen ist davon abzusehen. Fast in jeder jüdischen Kolonie arbeiten Bauernmühlen, die ausschliesslich auf die Zufuhr des Korns der örtlichen Fellachen 1 gerechnet sind, da die jüdischen Kolonisten hauptsächlich fertiges Mehl kaufen. Charakteristisch für die hohe Rentabilität dieser Mühlen ist die Bauernmühle zu Rechowoth, aus einem Mahlgang und Petroleummotor bestehend, welche, auf Abzahlung errichtet, bereits in einigen Jahren aus den während dieser Zeit aus dem Mühlenbetrieb erzielten Einnahmen sowohl die Schuld ganz deckte, wie auch dem Besitzer die Mittel zum Leben gab. Von den zehn Mühlen Jaffas sind vier in jüdischem, zwei in griechischem, die anderen in deutschem Besitz. In Jerusalem besteht eine grössere Dampfmühle mit zehn europäischen Mahlgängen, Getreidereinigungsapparaten, Walzenstühlen etc. Der Besitzer, Herr Bergheim, ein Deutscher, beklagt sich über den teueren Brennstoff (Olivenholz), über den Mangel an Wasser im Sommer, welches selbst für Dampferzeugung nicht in genügender Quantität vorhanden ist, und insbesondere über den hohen Zinsfuss, welchen er zahlen muss, welcher Umstand ausreicht, auch die besten Unternehmungen zugrunde zu richten. Jüdische Mahlmühlen sind auch in Gaza und in Safed zu sehen. Die Neigung der Juden, sich nur an solchen Unternehmungen zu betätigen, welche bereits eine Probezeit überstanden haben, und eine gewisse

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.