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Altneuland · 1904-12-01 · Heft 12 (Dezember 1904) · p. Seite 354

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 12 (Dezember 1904)
Article
Die Mühlenindustrie in Palästina
Date
1904-12-01
Page
Seite 354 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 354 — Dampfmühlen hierher. Zuerst in einfachster, später in vollkommenster Bauart. Wegen des hohen Mahlpreises schienen die Mühlen damals wahre Goldgruben zu sein, und noch jetzt sind dieselben, trotz stark erniedrigter Preise, sehr gewinnreich, wie aus folgenden Kalkulationen zu ersehen ist. Die grosse Einfuhr von weissem Mehl aus Europa bei gleichzeitiger Ausfuhr von Weizen war für die palästinensischen Mühlenbesitzer zwingende Veranlassung, ihre Mühlen durch Einführung von Walzenstühlen undanderen technischen Verbesserungen leistungsfähiger zu machen. Die Ausfuhr von Weizen aus Palästina beträgt nach dem Konsularbericht jährlich: aus Gaza ca. 15 000 000 kg Weizen „ Haifa „ 6 000 000 „ „ ^Akka „ 10 000 000 „ _ Summa ca. 31 000 000 kg Weizen p. Jahr. Der Weizen Palästinas ist, wie schon erwähnt wurde, sehr hart, glasig und gelb und liefert ein etwas dunkles Mehl, das sich sehr gut backen lässt und schönes Brot gibt, doch weiss wie das europäische Mehl kann es nicht werden, wie durch mehrere vorgenommene Versuche erwiesen ist. Diese Versuche haben den deutschen Mühlenbesitzern viel Geld und Mühe gekostet; so hat z. B. vor ca. 15—20 Jahren Herr Bergmann (?) eine grössere Walzenmühle in Jaffa errichtet, mit der Absicht, feinere Mehlsorten aus dem in der Umgegend gewachsenen Weizen zu erzielen. Leider hat er sein Ziel nicht erreicht und sein ganzes Vermögen verloren. Die Mühle wurde teilweise zum Verkauf gebracht, und selbst die Gebäude sind nicht mehr vorhanden. Fast dasselbe Schicksal traf den deutschen Dampfmühlenbesitzer Herrn Ulherr in Jaffa, der mit einem Kapital von ca. 35 000 Mark angefangen hat. Er errichtete vor ca. 4 Jahren eine ganz neue Walzenmühle mit verhältnismässig guter Reinigung und Sortierung mit Petroleummotor, die Mühle war aber kaum ein halbes Jahr im Betriebe und steht jetzt zum Verkauf. Nur aus dem weissen und weicheren, aber zugleich teueren Hauränweizen könnte man die gewünschten feinen Mehlsorten erzeugen. Um aber diesen Weizen in genügenden Quantitäten zu beziehen, wäre bei dem Mangel an Kredit ein grösseres Kapital nötig, als den Mühlenbesitzern zur Verfügung steht, deren Mittel meist gerade nur die Ausführung der Anlagen gestatten. Somit sind bisher die Versuche, die Einfuhr von europäischen Mehlsorten zu verhindern, misslungen. Diese Einfuhr, welche

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