Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1904)
- Article
- Die Mühlenindustrie in Palästina
- Date
- 1904-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ALTNEULAND MONATSSCHRIFT für die wirtschaftliche Erschliessung Palästinas Organ der zionistischen Kommission zur Erforschung Palästinas HERAUSGEGEBEN VON F. OPPENHEIMER S. SOSKIN O. WARBURG. No. 12. Berlin, Dezember 1904. 1. Jahrg. DIE MUEHLENINDUSTRIE IN PALAESTINA. Von N. Wilbuschewitch (Minsk). 1. Die Mahlmühlen. Noch heute kann man in Jaffa die Handmühlen sehen, die hier zum Mahlen des Futtergetreides gebraucht werden, aber bis vor kurzem auch häufig zur Mehlerzeugung gedient haben und noch jetzt in wasserarmen und entlegenen Gegenden dazu gebraucht werden. Die Wassermühlen sind in Palästina ausschliesslich arabischer Bauart. Sie bestehen aus Holzturbinen, d. h. aus hölzerner vertikaler Welle, die unten offene, lange Holzschaufeln trägt, auf die das Wasser durch einen gemauerten schmalen Kanal oder durch Holzröhren fliesst, und diese Turbinen in Gang setzt. Oben auf der Holzwelle ist der Läufer-Stein des Mahlganges angebracht, der eine hutförmige Form und ziemlich kleine Dimensionen hat. Man kann sicher behaupten, dass diese arabischen Turbinen 80—90% ihres Nutzeffektes verlieren. Gewöhnlich verarbeitet ein Mahlgang nur ca. 200—300 kg Weizen pro Tag. Das erzeugte Mehl ist grob und dunkel. Weder wird der Weizen geschrotet noch das Mehl gesiebt. In der Ebene von Judäa und im südlichen Galiläa gibt es nur fünf grosse Wassermühlen, und zwar Abu Rabach, Hadar und Dschrischa am Odscha-Fluss und Mejmas und Zerkanja am Zerka. — In den Gebirgen sind mehrere Wassermühlen — gewöhnlich mit 1—2 Mahlgängen — zu sehen. In diesen Wassermühlen wird an Mahllohn 15—20 Piast. pro Kantar oder 0,85—1,13 Frcs. pro 100 kg gezahlt. Mit dem Erscheinen der Deutschen in Palästina kamen die