Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Die Kolonien in Palästina nach dem Bericht der Jewish Colonization Association für das Jahr 1903
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 342 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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— 342 — Was die Kellereien der Palästina-Kommission der J. C. A. betrifft, so wurden in den Keller von Rischon-le-Zion 6 951 975 kg Tranben geliefert, in einer 5tägigen Woche konnte der Keller 400 000 kg Trauben aufnehmen. Die Fassfrage ist noch nicht ganz gelöst, doch konnten schon Bestellungen drüben yergeben und dadurch eine gewisse Ersparnis gemacht werden. Der Keller in Sichron-Jacob hat nur 680 603 kg Trauben erhalten, wofür 63 848 Frcs. bezahlt wurden; die Resultate der Ernte sind hinter der Erwartungzurückgeblieben; eine der Ursachen scheint die übergrosse Feuchtigkeit des Bodens gewesen zu sein. Der Keller von Rosch-Pinah enthält 1447 hl Wein in gutem Zustande. Neuerdings (s. Altneuland S. 150) hat Rechowoth auch .einen Keller erhalten, während, wie wir sahen, Ghedera seinen Wein zum grossen Teil zu Alkohol verarbeitet, und Hedera teilweise den Wein selbst in primitiver Weise herstellt, um den weiten und verlustreichen Weg nach dem Keller von Sichron zu ersparen. Ueber die Viehzucht ist leider wenig zu sagen; der Bericht erwähnt nur, dass sie in Rosch-Pinah (Caba) dazu beiträgt, den Kolonisten eine sehr annehmbare Situation zu gewähren; hingegen haben die schlechten Resultate in der Schafzucht die Administration von Rosch-Pinah bewogen, selbst einen Versuch zu machen. Vor 2 Jahren mit 77 Schafen begonnen, zählt die Herde jetzt 150 Stück schöner Qualität. In Sedjera wurde ein grosser Viehhof eingerichtet; sollte nicht vielleicht dort auch der geeignete Platz sein für Versuche zur Anlegung eines Gestütes? Im übrigen hängt die Frage der Viehzucht so eng mit der Frage der Futterkräuter zusammen, dass sie ohne letztere kaum befriedigend gelöst werden kann. Was die Unterstützung der Industrie in Palästina seitens der J. C. A. betrifft, so scheint sich die Seidenspinnerei und -weberei in Rosch-Pinah nicht zu bewähren. Als Hauptgrund werden die Verteuerung des Brennmaterials durch den Transport und die relativ teure Arbeit angegeben, da die Arbeiter ihre Familien in Safed lassen müssen; ausserdem bleiben die Arbeiter nicht länger als zwei Jahre, was nicht genügt, um die Praxis eines guten Spinners zu erlangen. Man hat den Direktor und Unterdirektor entlassen und einen jungen Mann von Erfahrung und praktischem Sinn an die Spitze gestellt. Wichtiger ist die Handwerkerschule in Jerusalem, die unter der Leitung von M. A. Antebi steht. Die Weberei beschäftigte Ende 1903 65 Arbeiter, die 0,75 — 2 Frcs. pro Tag verdienten; das Salär der Arbeiter betrug 9011 Frcs. in dem Jahre, man fabrizierte für 30 000 Frcs. und verkaufte für 21 546 Frcs. Ware, d. h. etwa ebensoviel wie im vorhergehenden Jahre; der Unterschied zwischen Produktion und Verkauf mindert sich aber durch den gesicherten Verkauf von Dimas (Bauernstofle). Die Färberei ist noch nicht definitiv eingerichtet; zwei junge Leute, die nach Roubaix gesandt wurden, haben ihre Lehrzeit dort noch nicht beendet; bis dahin leitet ein eingeborener Arbeiter die Färberei. Wir halten das Prinzip, neue Industrien durch Anlernung junger Leute im Auslande einzuführen, für ein verfehltes. Zurückgekehrt, wissen sie sich bei den geringsten Schwierigkeiten nicht zu helfen und bringen den ganzen Betrieb dadurch ins Stocken, wodurch die geringe Ersparnis gegenüber dem Engagement eines guten europäischen Meisters für einige Jahre mehr als ausgeglichen wird. An Strickmaschinen wurden in dem Jahre sechs neue an Arbeiter in Jerusalem, Jaffa, Gaza und Galiläa verteilt; die Abzahlungen liefen pünktlich ein,