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Altneuland · 1904-11-01 · Heft 11 (November 1904) · p. Seite 333

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 11 (November 1904)
Article
Die Wanderheuschrecke und deren Vernichtung
Date
1904-11-01
Page
Seite 333 (sequence 8)
Language
German
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— 333 werden siebei starkem Seifenverbrauch doch nicht ordentlich benetzt. Arbeitet man mit einer fein verteilenden Spritze, so muss man das Besprengen sehr gründlich, lieber zwei- und dreimal hintereinander an derselben Stelle des Haufens, vornehmen. Man kann das aber ohne Sorge wegen zu grossen Materialverbrauchs; die Spritze arbeitet auch dann noch sparsamer als die an und für sich wirksamere Giesskanne; mit letzterer reicht man aber nur in die nächste Umgebung. Ausser den Seifen sind noch allerlei andere Sprengmittel wirksam: Kreolin-, Lysol-, Karbollösungen, die verschiedenen Waschwässer (Dips) gegen Räude, wie sie in Südafrika und Australien im Gebrauch sind: aber alle sind beträchtlich teurer. Von eigentlichen Giften kommt wesentlich nur das Arsen in Frage, das von Natal her — gerade gegen eine nahe Verwandte der ägyptischen Wanderheuschrecke — sehr gelobt wird. Das Arsenik wird in folgender Form angewandt: Zu 18 Liter kochendem Wasser wird ein Pfund (engl.) Aetzsoda gegeben; nachdem diese gelöst, wird unter stetem Umrühren ein Pfund Arsenik zugesetzt und dann noch einige Minuten weiter gekocht (die dabei aufsteigenden Dämpfe und die Lösung sind sehr giftig!). Zum Gebrauch wird ein Teil der Flüssigkeit mit 8 Teilen kalten oder warmen Wassers gemischt, und auf 10 Liter dieser Verdünnung etwa 4 Pfund Zucker oder Melasse zugesetzt. Dann wird das Gemisch mittels einer Gartenspritze auf die Gewächse um den Schwärm herum und auf diesen selbst gespritzt. Die beste Anwendungszeit ist früh morgens oder abends, wenn die Tiere zusammengedrängt sitzen. Die besprengten Gewächse werden wenigstens vorübergehend schwer geschädigt; bei Regenwetter ist das Mittel unwirksam. Das Vieh soll Gras, das mit dieser giftigen Lösung, deren Anwendung und Aufbewahrung sonst ausserordentliche Vorsicht erfordert, besprengt ist, ohne Schaden abweiden können. (?) Von Pilzen ist zur Benutzung im. grossen bis jetzt nur der in Südafrika entdeckte, im bakteriologischen Institut zu Grahamstown und seitdem an vielen anderen Stellen künstlich gezüchtete „Heuschreckenpilz", ein Verwandter der Schimmelpilze, gekommen. Er wirkt nur bei feuchtem Wetter zuverlässig, und zwar auf Hupfer und Flieger, muss aber jedesmal in frischer, 24 bis 48 Stunden alter Kultur verwendet werden. Sein Hauptnachteil für den Gebrauch ist, dass seine Wirkung so sehr vom Wetter

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