Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Die Wanderheuschrecke und deren Vernichtung
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 334 (sequence 9)
- Language
- German
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- 334 — abhängig ist, und dass stets einige Tage vergehen, ehe auch bei günstigem Erfolge seine Wirkung zutage tritt. Gerade dieser letztere Umstand steht seiner Verwendung für den Gebrauch des einzelnen Bedrohten, sei er Landwirt oder Gärtner, sehr im Wege; denn jeder will eben den Vorteil seiner Bemühungen am eigenen Besitz sehen und nicht bloss für seine Nachbarn arbeiten. .Den vom Institut in Grahamstown für je 50 Pfennige abgegebenen Kulturglasröhrchen ist eine genaue Gebrauchsanweisung beigefügt.*) So gibt es eine ganze Reihe von Methoden, den Heuschrecken beizukommen; jede von ihnen ist mehr oder weniger wirksam. Welche sich im gegebenen Falle am besten eignet, das muss eben an Ort und Stelle entschieden werden. Selbstverständlich erfordern sie alle eine gewisse Erfahrung und Uebung, und man darf nicht erwarten, dass man sie gleich beim ersten Male in der vollkommensten Weise anwendet. Der führende Gesichtspunkt bei der Bekämpfung der Hupfer muss aber der bleiben, dass man ihnen in ihren ersten Lebenstagen und Wochen und bei geeigneter Witterung und Tageszeit zu Leibe geht. Und selbstverständlich darf die Abwehr dieser Plage nicht bloss von einigen Wenigen eines bedrohten Bezirkes geschehen, sondern der Kampf muss auf der ganzen bedrohten Linie aufgenommen werden. Es erübrigt noch Massnahmen zu erörtern, die nur zum. Schutz bedrohter Kulturen bestimmt sind, die aber den Feind nicht gleichzeitig vernichten sollen. Da kommt gegen Hupfer in erster Linie die Umgürtung bedrohter Parzellen mit den oben . geschilderten Gräben oder Schirmen in Betracht. Selbstverständlich vermögen diese aber den Feind nur so lange abzuhalten, als er nicht übermässig ist, d. h. sie versagen, wenn die Menge der Heuschrecken so gross ist, dass sie mit ihren Leibern die Gräben ausfüllen, sich vor den Schirmen so anhäufen, dass sie sie übereinander weg überklettern können. Solche Vorrichtungen erfordern also Kontrolle und Vernichtung der angesammelten Kerfe. Obstbäume schützt man, wenn sie klein sind, gegen Hupfer wie Flieger, durch Ueberbinden mit Säcken. Der Schluss am Stamm muss aber gut und fest zugebunden sein. Einige Tage lang können die Bäumchen ohne Schaden bedeckt bleiben. Grössere Bäume kann man durch Umbinden des Stammes mit glatten Stoffen, wie dünnem Blech, englisch Leder usw. schützen, *) Die übrigens in meiner ausführlichen Arbeit: Die Wanderheuschrecken und ihre Bekämpfung in unseren afrikanischen Kolonien, Berlin 1902, Dietrich. Reimer, gleichfalls zu linden ist, wie auch andere Einzelheiten der ganzen Heuschreckenfrage, die ich aus Platzmangel hier nicht einmal streifen kann.