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Altneuland · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. Seite 304

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
Die Wanderheuschrecke und deren Vernichtung
Date
1904-10-01
Page
Seite 304 (sequence 4)
Language
German
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— 304 — Frisch geackerter oder umgegrabener Boden wird nicht gern gewählt. Man kann solche Brutgründe an den zahlreich herumliegenden toten Heuschrecken erkennen, da stets eine grosse Anzahl Männchen und Weibchen nach vollzogenem Brutgeschäft zugrunde gehen. Sicherheit, ob Eier abgelegt sind, gibt aber nur das direkte Nachgraben; falls solche vorhanden sind, findet man die kleinen, haselnussgrossen Erdbröckchen gleichenden Eipäckchen in grösserer oder geringerer Zahl 6—8 cm unter der Oberfläche. Für Ungeübte empfiehlt es sich, bei dieser Probe den Boden zu durchsieben. Denn die Eipäckchen gleichen infolge ihrer Umhüllung mit einer von dem Heuschreckenweibchen ausgeschiedenen, später erhärtenden Schaummasse, an die der Boden festklebt, täuschend kleinen Erdbröckchen. Diese Eipäckchen der Schistocerca liegen je nach der Witterung 14 Tage bis 6 Wochen im Boden, ehe die Jungen ausschlüpfen. Ist die Witterung kühl, so braucht die Entwickelung längere Zeit, ist sie warm, so geht diese schneller von statten. Ein gewisses Mass von Feuchtigkeit, also Regen, ist gleichfalls von nöten. Fehlt dieses, so vertrocknen die Eier, ist es zu hoch, so wird bei kaltem Wetter die Entwickeluno; nur verzögert, bei o o ' warmem kann es zum Verschimmeln der Eier kommen. Es ist oft behauptet worden, dass solche Eipäckchen ein, selbst mehrere Jahre lang ungeschädigt im Boden liegen bleiben könnten; das dürfte aber nicht zutreffen, denn die Eier sind sehr empfindlich gegen das Austrocknen, und da eigentlich nur Dürre das Ausschlüpfen unverschimmelter Eier länger als zehn Wochen aufhalten kann, so dürften alle nicht innerhalb eines solchen Zeitraumes ausgeschlüpften abgestorben sein. Die jungen eben ausgeschlüpften Hupfer bahnen sich denvom Weibchen gegrabenen Kanal entlang einen Weg an die Erdoberfläche und sind dabei von einem feinen Häutchen umhüllt, das sie bald, etwa 1/2 Stunde nach ihrem ans Licht kommen, abwerfen. Erst dann haben sie den freien Gebrauch ihrer Glieder. Zunächst sind die jungen Hupfer noch weich, blassgrünlich oder blassgelblich von Farbe; doch schnell erhärten sich ihre Haut und ihre Glieder und nehmen zugleich unter dem Einfluss des Lichts eine dunkle Farbe an. Diese jungen Larven ähneln in der Körperform sehr den Ausgewachsenen; ihr Hauptunterschied aber besteht darin, dass sie noch keine Spur von Flügeln zeigen, ausserdem ist der Kopf giösser, die Fühler kürzer. In der Grösse

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