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Altneuland · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. Seite 299

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
Abriss der Geologie Syriens
Date
1904-10-01
Page
Seite 299 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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— 299 — Asphaltkalke. Einige Steinbrüche bei Nebi Müsä, wo dieses Gestein eine grosse Bodenfläche einnimmt, werden von den Betlehemiter Drechslern ausgebeutet. Das im Bruch graue Gestein wird mit Olivenöl getränkt, wodurch es eine gleichmässig schwarze Farbe annimmt, und dann als pierre de la Mer Morte zu kleinen Andenken für Pilger verarbeitet. Die ähnlich beschaffenen bituminösen Kalke der Gegend von el Hammi am Jarmuk im Ostjordanland dienen in einfachster Weise zur Herstellung von gebranntem Kalk, indem man die Bruchsteine über etwas Holz zu Haufen aufschichtet und dann das Holz entzündet. Die Steine brennen dann von selbst weiter und es bleibt zuletzt reiner gebrannter Kalk übrig. Auch reiner Asphalt kommt innerhalb des Senons vor, allerdings bis jetzt nur an einer Stelle am Ostabhange des wasserscheidenden Dschebel ed-Dahar zwischen dem oberen Jordan und Leontes, wo er in sehr ergiebigen tiefen Gruben ausgebeutet wird. Viele Kalk- (seltener Feuerstein-)bänke des syrischen Senons zeichnen sich durch ihre oft überraschende Fülle der eingeschlossenen tierischen Reste aus. Neben den zahllosen mikroskopischen Foraminiferen, kl einen Bivalven, darunter besonders Leda- und Nucula-Arten, Schnecken, Cephalopoden (Baculiten) findet man überall Spuren von Fischen. Das ehemalige Fett dieser Tiere lieferte bei seiner Zersetzung das Material für den Bitumengehalt der Stink- und Asphaltkalke, während die Phosphorsäure der Knochen, Zähne und Exkremente der Fische sich in den Phosphatkalken mehr oder weniger anreicherte. Im Libanon haben sich an mehreren Plätzen, so z. B. dem Kloster Sahel Alma, die Skelette dieser senonen Fische zusammen mit Krebspanzer in vorzüglicher Weise zwischen den Fugen der schiefrigen Kreide-Kalke erhalten. Diese Fischlager des Libanon, aus denen viele verschiedene Arten von Fischen und Krebsen beschrieben wurden, mögen beinahe die reichhaltigsten der bis jetzt bekannten Fundplätze fossiler Fische .aus dem Kreidesystem der ganzen Welt vorstellen. Als die Decke der ganzen Kreideablagerungen Syriens hat das mittlere Senon eine grosse Verbreitung. Fast die Hälfte der Oberfläche Palästinas, die grösseren Teile der Plateaus und zahlreiche Bergspitzen werdeo von ihm eingenommen, in Judäa z. B. das in mehreren Stufen zum Toten Meere abfallende Ostgehänge oder die Wüste Juda und ein Streifen über dem Westfuss des Gebirges, in Samaria mehr die mittlere Region um Nablus

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