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Altneuland · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. Seite 298

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
Abriss der Geologie Syriens
Date
1904-10-01
Page
Seite 298 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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— 298 — mächtige Etage des Senon. An ihrer Basis findet man an einigen Orten Palästinas, besonders am Oelberg bei Jerusalem, ca. 10 m weisse, rotgestreifte, weiche Kalksteine, deren gebrochene Platten beim Anschlagen Idingen. Es ist der (härtere) Kakühle, das besonders für Grabsteine mit anzubringenden Inschriften gesuchte Gestein. Die darin vorkommenden grossen Ammoniten weisen mit Bestimmtheit auf die Zugehörigkeit zur Santonien-Etage1) oder zum Untersenon hin. Der ganze grosse Rest des Senon fällt dem Campanien2) oder mittleren Senon zu. Es ist dies ein recht mannigfaltig zusammengesetzter Komplex, beginnend mit blendend weissen oder gelbweissen, weichen, bröckligen Kreidekalken, dann einem höchst bunten Wechsel von weissgrauen Stinkkalken, dunklen Feuersteinlagen, schwärzlichen Asphaltkalken, grünlich gefleckten Kreidephosphaten, roten Kalken, Gipskalken und bunten Mergeln mit Gips, oft durchzogen von intensiv grünen von Chromoxyd •gefärbten Kalkadern. Besonders auffällig und beständig sind die ^dunklen Feuersteinbänder, deren Ausgehendes an den Abhängen •der "Wüste Juda in Form hin- und hergewundener Schlangenlinien sichtbar wird, und deren widerstandsfähige Trümmer die Plateaus weithin bedecken. Als Baustein findet ein weisser, poröser, leicht zu behauender Kalkstein, der eine Ostrea Villei als Leitfossil führt, im Ostjordanland viele Verwendung, so in den Ruinen von Amman und Mschatta. Als Zierstein für Schmuckornamente wird der sogenannte Missih ahdar und Missih ahdar ahmar hoch geschätzt. Der erste ist ein bald gleichmässig schön grünes, bald grünblau und weiss oder grünblau und fleischfarben gestreiftes ■oder geflecktes Kalkgestein, der zweite zeigt einen Wechsel von blaugrünen Streifen mit rosarotem oder braunrotem, schwach tieseligem Kalk. Beide Gesteinsarten werden ab und zu je nach Bedarf in kleinen Steinbrüchen im Osten von Bet Sähür gewonnen und in Jerusalem zur Einfassung von Türen und Fenstern in vornehmen Häusern und zu Altären in Kirchen verwendet. Der -die grüne Farbe bedingende Gehalt von Phosphorsäure ist durchweg zu gering (höchstens 10—20 %)> um eine Verwendung des Gesteins als Phosphat lohnend erscheinen zu lassen. Nur im Ostjordanland finden sich hochprozentige Phosphate, welche ich selbst im Jahre 1894 zuerst entdeckte. Technische Verwendung finden seit lange besonders die x) Kreide von Saintonge in Frankreich. 2) Nach Coquand Kreide von Champagne im Departement Charente.

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