Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- Abriss der Geologie Syriens
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 297 (sequence 9)
- Language
- German
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— 297 — syriacum des Libanon, die sich petrographisch von der tieferen der Trigonien nur durch völliges Fehlen von Sandstein unterscheidet. Als Leitfossil dient in Palästina an Stelle des hier fehlenden Buchiceras ein anderer, aus Vorderindien bekannter Ammonit — Acanthoceras Newboldi. Im übrigen hat die Fauna in ihren Seeigeln und Austern ein ganz nordafrikanisches Gepräge. Diese Kalke und Kalkmergel des Cenoman stellen im Westjordanland die relativ ältesten Gesteine dar, man trifft sie namentlich im unteren Teil des Steilabfalls zum Toten Meer, z. B. bei Engidi, dann auf dem höheren wasserscheidenden Teil des jüdäischen Hochplateaus, z. B. westlich von Jerusalem. Der gemeinste Baustein der Häuser Jerusalems, der Missih jehudi, sowie der rotgefleckte, seltener gleichmässig rote Missih ahmar und der ebenflächige Plattenkalk Der asini fallen hierher. Eine ebenso, grosse Rolle wie diese typischen Cenomanschichten spielen in Syrien die nun folgenden massigen Rudisten- und Nerineenkalke, d. h. Kalke oder auch Marmore, Dolomite, Kieselkalke, Hornsteine, die teilweise erfüllt sind von Schalentrümmern grosser korallenartiger Bivalven, der sogenannten Rudisten, an deren Stelle sich auch grosse Schnecken der Gattungen Nerinea und Actaeonella einstellen. Diese mächtigen und massigen Kalke fallen in ihren tiefsten Teilen sicher noch der Cenomanetage Europas zu, während die höheren Teile das Turon repräsentieren. Ihnen gehört der Untergrund des eigentlichen Jerusalem an, wo man die zwei Horizonte des Melekeh oder grobkörnigen weissen Marmors, in der die wichtigsten Grabkammern eingehöhlt sind, und des Missih helu oder dichten weissen Piattenkalks unterscheidet. x\uch am Karmel, z. B. in Zammärin und bei Igzim spielen diese harten, massigen Kalke bald mit Rudisten, bald mit Actaeonellen und anderen Gastropoden eine gewisse Rolle; an anderen Plätzen Palästinas, z. B. des Ostjordanlandes, scheinen sie hingegen zwischen dem typischen dort mächtigeren Cenoman und der höheren Senonkreide beinahe zu fehlen. Im Libanon erscheinen sie als das mächtigste Glied des ganzen Kreidesystems, weshalb Diener sie auch als „Libanonkalkstein" bezeichnete. In Nordsyrien treten die Dolomite und Kieselkalke derselben Stufe mit Rudisten und Nerineeh als das älteste dort wohnende Glied der Kreide ebenfalls gebirgsbildend im Dschebel-el- Anserije auf. Den Abschluss der Kreideablagerungen Syriens bildet die