Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- Abriss der Geologie Syriens
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 295 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 295 — bedeckt. Es erscheint hier am Platze, die Kolonisten von Zammarin darauf aufmerksam zu machen, dass diese so leicht in der dortigen Gegend zu grabenden lockeren vulkanischen Erdarten bei ihrem Gehalt an Alkalien und wegen anderer Vorzüge sich als Düngemittel für arme Aecker empfehlen. Als eigenartige Mineralbildung beobachtete ich an der Tuffwand nördlich gegenüber Zammarin vorstehende senkrechte Adern aus weisser, an der Zunge stark klebender, amorpher wasserhaltiger Kieselsäure, dem sogenannten Klebschiefer. Im Osten des Toten Meeres begegnet man dem hier von Lartet sogenannten Mimosit im Tale nördlich Kerak und beim Abstieg zum Toten Meere, und zwar in zweierlei Form, nämlich seltener lagerartig eingeschaltet in tieferen Cenomanschichten, häufiger aber in Gängen und Stöcken, auch die höheren senonen Kreideschichten durchbrechend. Die Eruptionen schlössen also nicht mit dem Cenoman ab, sondern setzten sich lokal auch noch bis zum Schlüsse der Kreideperiode fort. Letzteres gilt auch für einzelne Punkte des Libanon. Im Kontakt mit dem Basaltit fand 0. Fr aas in einer Schlucht des Awali ein weiches Mineral von weissgelber Farbe, das wie Harz aussah, als Versteinerungsmaterial von Pflanzenresten, Blättern von Credneria, Eucalyptus etc. Das Mineral ist Samoit, ein wässeriges Tonerdesilikat. Von technischer Bedeutung war im Cenomansandstein des Libanon eine Zeitlang das Vorkommen von Kohle, auf welche zur Zeit der ägyptischen Herrschaft unter Ibrahim Pascha auch ein regelrechter Bergbau stattfand, was unbegreiflich erscheint bei der beinahe gänzlichen Unbrauchbarkeit der Kohle. Besonders im Ouellgebiet des Nahr Beirut und im Awalital an schwer zugänglicher Stelle des Gebirges finden sich schwache Nester oder kleine Flötze von Pechkohle von 0,40 bis 1 m Mächtigkeit. Dieselbe geht auch in Lignit, d. h. bituminöses Holz, oder auch in Dysodil, d. h. Blattkohle, Papierkohle über, welche Pflanzenblattabdrücke (von Farnen und Cycadeen) und Fischreste enthält. Die Kohle ist fast immer von Schwefelkies durchsetzt, und zwar derart, dass eine mechanische Ausscheidung des fein verteilten Kieses gar nicht möglich ist. Bei Berührung mit der Luft zersetzt sich der Schwefelkies der Kohle bald, und letztere zerfällt zu Alaunerde. Ein wirkliches Brennen der Kohle oder gar eine Verwendung zu industriellen Zwecken ist so gut wie ausgeschlossen. Zu den selteneren Beimengungen der Kohle gehört ein