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Altneuland · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. Seite 293

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
Abriss der Geologie Syriens
Date
1904-10-01
Page
Seite 293 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 293 — ♦esch-Schems die Juraschichten einen von Querbrüchen in mehrere Fetzen zerrissenen Streifen einnehmen. Die dort sich reichlich vorfindenden Petrefakten, besonders niedliche Ammoniten, Rhynchonellen und die sogenannten Judensteine (lapides judaici) •d. h. Stacheln eines Seeigels Cidaris glandaria, werden weithin verkauft als Kuriosa. Die ältesten hier auftretenden Lagen sind •dunkelblaue Tone mit reicher Cephalopodenfauna, welche die Stufen des Callovienx) und untersten Oxford2) in Europa vertreten. Darauf folgen hellgraue bis weisse Kalke mit Seeigeln und Brachiopoden, die dem mittleren Oxford (mit Ammonites transversarius) entsprechen; als dritte höchste Zone endlich die Olandarienkalke mit obigem Cidaris als Leitfossil, welche «den oberen Oxford sowie auch das gesamte Kimmeridge3) umfassen. Bloss die obere Schichtgruppe der Glandarienkalke hat auch ausserhalb des Hermon eine grosse Verbreitung, nämlich im mittleren Libanon. In den Tälern des Nahr Hammana, Salima, el-Kelb, es-Salibe und Kadischa setzt sie in einer Mächtigkeit von 200 m die tieferen Regionen zusammen. Die Fauna dieser Kalke entspricht der sogenannten Spongiten- und Korallenfacies des süddeutschen, schweizerischen und französischen Jura. Eine reiche Suite von Petrefakten (Schwämme, Korallen, Brachiopoden, Muscheln und Schnecken) kam neuerdings durch den Sammelfleiss des Herrn Professor Zumoffen in Beirut zusammen und gelangte in meine Hände. Ich habe dieselbe dann an mehrere -Spezialisten zur Untersuchung verteilt, so dass wir über die iossile Fauna dieser Schichten eine grössere erschöpfende Monographie zu »erwarten haben. Aus der Zeit des allerobersten Jura und der unteren Kreide kennt man in Syrien keine Ablagerungen. Um so mächtiger ist die obere Kreide, die 3 Etagen des Cenoman,4) Turon5) und Senon6) vertreten, welche hauptsächlich die syrischen Gebirge zusammensetzen. Diese Kreideschichten liegen den beschriebenen älteren Formationen, speziell dem jurassischen Glandarienkalk regelmässig oder konkordant auf. Daraus geht mit Sicherheit *) Französischer Ausdruck für das englische Kelloway, wo diese Stufe typisch ausgebildet ist; oberste Etage des Mittleren oder Braunen Jura. 2) Oxford, nach der englischen Grafschaft Oxfordshire, unterstes Stockwerk des Oheren oder Weissen. Jura. 3) Mittleres Stockwerk des Jura, benannt nach der Ortschaft Kimmeridge an der Süd- <küste Englands in Dorsetshire. 4) Benannt nach Le Mans in Frankreich, dem alten Criomaniim der Römerzeit. 5) Nach dem Gallischen Stamm der Turonen in der Landschaft Touraine. 6) Von dem französischen Forscher d'Orbigny, dem man die erste Einteilung der Kreide- Etagen verdankt, nach dem Gallierstamm der Senonen benannt.;

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