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Altneuland · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. Seite 292

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
Abriss der Geologie Syriens
Date
1904-10-01
Page
Seite 292 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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— 292 — (karbonische)1) Wüstensandsteine bezeichnete, ansah. Die Tuff- und Sandsteinformation wird oben gekrönt von einer zuweilen recht mächtigen Lage von Kalkstein oder Dolomit, welcher am Wadi Nasb am Sinai oberkarbonischey am Wadi Schellal nach Rothpietz unterpermische Fossilien enthält Bei der Ruine Chirbet Labrusch östlich Ghor-es-Säfi, welche man vielleicht als das schon im ersten Buch Mosis erwähnte und noch bis zum Mittelalter unter demselben Namen bekannte Zoar ansehen darf,, wurde von Hull das gleiche Kalklager wiedergefunden, aber nur schlechte Fossilien (Brachiopoden und Krinoiden) daraus gewonnen. Ich selbst beobachtete 1904 am Wadi Saramudsch einen Block harten oolithischen Kalks, der von allen mir bekannten Kalksteinen der Kreideformation Palästinas sich unterschied und auf dessen Oberfläche verkieselte Schalen herauswitterten,, die sich später als neue Arten der Gattungen Discina und Dentalium erwiesen. Leider gehören gerade diese beiden Gattungen zu den wenigen, welche man von den ältesten Zeiten (Silur)2) bis zur Jetztzeit kennt, so dass also aus diesem. Funde noch kein Schlussauf das Alter dieser Schichten gezogen werden kann. Doch dürfen wir sie wohl auch bei Safi vorläufig als spät paläozoisch ansehen. Am Sinai ist dieser älteste Sandstein ausgezeichnet durch das Auftreten von Eisen-, Mangan- und Kupfererzlagerstätten (Brauneisen, Psilomelan, Pyrolusit, Malachit und arsenhaltiger Kupferschwärze) und der Türkise. Dadurch gewinnt immerhin das Vorkommen derselben Formation im äussersten Südosten Palästinas auch in praktischer Beziehung ein besonderes Interesse. Am Toten Meere selbst und im Jordantale dürften diese älteren Formationen von Porphyrtuff, Konglomerat, Sandstein und Kalk bezw. Dolomit wohl nicht mehr auftreten, dochist gerade diese Gegend doch noch nicht so genau bekannt und untersucht, um das mit Sicherheit behaupten zu können. In Mittelsyrien haben wir von älteren Formationen aus vorkretazeischer3) Zeit nur die dortigen Jurabildungen,4) welche andererseits in Palästina und Nordsyrien fehlen. Das wichtigste Juravorkommen ist amHermon, auf d essen Südost-Abhang bei Medschdel 1) Karbon—Steinkohlenformation, zum jüngeren Paläozoicum gehörig. 2) Silur ist eine ältere paläozoische Formation, benannt nach dem keltischen Volksstammeder Silurer, die zur Römerzeit im heutigen Wales wohnten, wo diese geologische Formationtypisch entwickelt ist. z) Kretazeisches oder Kreidesystem ist eine unglücklich' gewählte Bezeichnung der geologischen Formation, die in gewissen Teilen Norddeiitschlands, Nordfrankreichs, Englands und auch Syriens teilweise in Form der weissen Schreibkreide entwickelt ist.. *) Die Juraformation wurde benannt nach dem Süddeutschen und Schwarzen Juragebirge-

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