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Altneuland · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. Seite 291

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
Abriss der Geologie Syriens
Date
1904-10-01
Page
Seite 291 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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— 291 — jordanland, das Ghor oder Tote Meer und Jordantal, das ostjordanische Plateau mit dem Haurän, den Libanon, die Bekaea, das Antilibanusgebiet, das Nosairiergebirge, das mittlere Orontestal, endlich die nordsyrische Steppe zwischen Hamä und dem Euphrat. Um die Verschiedenheiten dieser neun Landesteile erkennen und verstehen zu können, müssen wir uns ein wenig mit dem geologischen Werden des ganzen Landes befassen und die geologischen Formationen, welche überhaupt die Oberfläche Sj^riens •einnehmen, der Reihe nach kennen lernen. Die ältesten Formationen Syriens sind zugleich die am wenigsten bekannten. Man trifft sie längs des Ostrandes des Wadi el-Araba von 'Akaba bis zum Berge Hör bei Petra und weiter nördlich im Südosten des Toten Meeres hinter Ghor-es- Säfi am Wadi Hessi und Saramudsch. Als die Unterlage aller •späteren Formationen sind, wie in Aegypten und am Sinai Granit und kristallinische Schiefer, besonders Gneis und Glimmerschiefer anzusehen. Das nördlichste Vorkommen davon wäre nach Lartet und Hull östlich 'Akaba und östlich von der Hauptwasserscheide zwischen Totem und Rotem Meere am Südfuss des Berges Hör. Dann folgen Massen von Quarzporphyr, -durchzogen von Gängen von Diorit und Porphyrit, welche namentlich die Berge zwischen dem Wadi 'Araba und Petra aufbauen und isoliert auch am Wadi Hessi bei Ghor-es-Sän erscheinen sollen. Jetzt erst beginnen die Sedimentgebilde, als deren , ältestes uns ein grobes Konglomerat oder auch Breccie entgegentritt, .aus wohlgerundeten oder auch eckigen Bruchstücken von Gneis, Granit, Porphyren, Porphyrien, älteren Serpentinen etc. und einem Bindemittel von Porphyrtuff, Arkose,1) kurz zertrümmertem oder fein zerriebenem Porphyrmaterial. Auch dieses Gestein (breche universelle Lartets) zeigt sich noch durchzogen von senkrechten Gängen dunkler porphyrischer Eruptivgesteine, in denen bald Feldspat, bald Hornblende ausgeschieden ist (Di- ■oritporphyrit etc.). In den Höhen im Osten von Ghor-es-Säfi sieht man diese groben Tuffe und Konglomerate deutlich wechsellagern mit groben und feinen Sandsteinen, ja an der Mündung des Wadi Saramüdsch auch von letzteren unterlagert. Sie gehören •also zur gleichen Formation, während Hull die Tuffe und Agglomerate für älter (präkarbonisch) als die Sandsteine, die er als *) Feldspatsandstein, ein geschichtetes Gestein aus Körnern von Quarz, Feldspat und •Glimmer, mit einem tonigen oder kaolinartigen Bindemittel.

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