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Altneuland · 1904-09-01 · Heft 9 (September 1904) · p. Seite 275

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 9 (September 1904)
Article
Die jüdische Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiete der Bagdad-Bahn
Date
1904-09-01
Page
Seite 275 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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— 275 — für die Baumwollkultur besonders geeignetes Land unmittelbar bei Adana in der cilicischen Ebene in Angriff zu nehmen, etwa 25 Kilometer weit bis Missis, ev. auch schon gleich 150 Kilometer weit bis Hamidie und Osmanie. Bewährt sich die Kolonisation, so baut man nach einigen Jahren die Bahn um den Gjaur-Dagh herum bis nach Killis und Aleppo, später nach Biredschik und durch Nord-Mesopotamien bis zum Tigris. Das Risiko für die Bahngesellschaft ist bei dem Versuch Adana-—Missis ein äusserst geringes, da eine Rentabilität in diesem noch relativ stark bevölkerten Gebiet sich schon nach wenigen Jahren einstellen wird, selbst im Falle des Missglückens der Kolonisation; auch wird durch die Steuern sowie die Verpachtung des nicht von Kolonisten besetzten Landes an Türken gerade hier eine bedeutende Einnahme der Bahn zufliessen. Das kleine Stück Eisenbahn ist ja nichts weiter als eine Verlängerung der sich schon jetzt rentierenden Bahn Adana—Mersina, also jedenfalls eine Vorzugsstrecke. Auch beläuft sich das ganze zur Herstellung dieser Strecke nötige Kapital auf nur 5 Mill. Eres., so dass schon bei einer Bruttoeinnahme von 400 000 Frcs. jährlich Betrieb, Verwaltung und Kapitalverzinsung reichlich gedeckt sein würden. Auch die Baumwollbaugesellschaft könnte mit einem kleinen Kapital beginnen, da sich mit 200 000 Mark schon ein Gut von 1000 ha bewirtschaften lässt. Wirft die Gesellschaft Gewinn ab, so ist es leicht, auch grössere Summen für diesen Zweck zu erlangen, aber selbst wenn sie ohne sichtbaren Profit arbeitet, wird sie von der Jewish Colonization Association unschwer eine grössere Beteiligung erlangen können, falls sie nur beweist, dass die Ausbildung der jüdischen Arbeiter in der Landwirtschaft hierdurch gewährleistet wird. Schon nach ein bis zwei Jahren sieht man, ob die Gutswirtschaften sich rentieren, und ist das der Fall, so kann man getrost neue Güter erschliessen, einerlei, ob die spätere Bauerrikolonisation reüssieren wird oder nicht, finden doch auf den Gütern zahlreiche arbeitswillige Leute des jüdischen Proletariats Osteuropas Beschäftigung, da die Bewirtschaftung von ca. 5000 ha Acker- und Baumwollland ca. 500 Arbeitskräfte erfordert. Es unterliegt übrigens für jeden Kenner des nach Selbständigkeit strebenden jüdischen Volkscharakters und der bisherigen landwirtschaftlichen Kolonisation der Juden keinem Zweifel, dass, wenn sich die Juden als Arbeiter in diesen zeitweise recht heissen Gegenden bewähren, sie als Kolonisten noch

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