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Altneuland · 1904-09-01 · Heft 9 (September 1904) · p. Seite 267

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 9 (September 1904)
Article
Die Halbinsel Sinai
Date
1904-09-01
Page
Seite 267 (sequence 7)
Language
German
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— 267 — Tiere lose und oft bunt durcheinander, weichen vom Wege ab und knabbern rechts und links an den Sträuchern, und die Knechte gehen zu Fuss in einer Gruppe, manchmal weit hinter ihnen her, miteinander schwatzend und rauchend. Oft gab das zu scharfem Tadel Anlass, denn viel Zeit ging durch dieses beständige Ausbrechen der schlecht gehüteten Tiere verloren. Dazu sind die Preise für diese Kamele recht hoch. Wenn es auch üblich ist, den Vertrag mit den Schechs auf die Distanz abzuschliessen, so lässt sich doch der Tagespreis am Ende der Reise feststellen. Er beträgt für das Tier durchschnittlich täglich 6 bis 7 Fr. Ausserdem bedingt sich der Schech von vornherein seinen Bakschisch aus. Dieser beläuft sich für den Marsch einer Woche ungefähr auf 50 Fr. Dazu ist es üblich, den Knechten täglich eine Ration an Kaffee und an Tabak zu verabreichen, was in der Woche eine Ausgabe von etwa 30 Fr. ausmacht. Im übrigen verpflegen die Beduinen sich selbst. Dafür haben aber auch jene Leute die Verpflichtung, das Lager mit ausreichendem Brennholz zu versorgen. Dieses schleppen sie denn auch in Haufen am Abend zusammen, sobald die Zelte aufgeschlagen sind. Und nicht nur der Küchenherd wird damit ausreichend gespeist, sondern auch grosse Lagerfeuer können angezündet und unterhalten werden, was bei den kalten Abenden und Nächten in der Wüste von Wert ist. Mit den Bedürfnissen eines Europäers unbekannt, sind diese Beduinen indessen als persönliche Diener nicht verwendbar; der Reisende muss sich seine eigenen Leute mitbringen. Ich hatte bei mir einen Dragoman oder ersten Diener, der die Koffer packt, die Garderobe reinigt, die Tafel deckt, den Herrn beständig begleitet, seine Befehle empfängt, diese den übrigen Leuten der Karawane überbringt und dafür sorgt, dass sie auch ausgeführt werden; dann einen Koch, der ausser seiner Küche nichts anderes besorgt; ferner einen Zeltwächter, der das Aufschlagen und Abbrechen der Zelte besorgt und die Wäsche reinigt; endlich einen Wärter für die eigenen Reittiere. Letztere beiden Leute begnügen sich mit einem Tagelohn von iy2 Fr., während die beiden ersteren 5 bis 6 Fr. täglich beanspruchen. Diese vier Leute erhalten ausserdem während der Reise aus der Küche ihres Herrn die volle Verpflegung. Sie müssen bewaffnet sein und bilden eine Art von Leibwache um die Person ihres Herrn in kritischen Fällen. Es gab Tage auf meiner Reise, wo das Gefühl meiner Sicherheit von dieser Rückendeckung abhing.

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