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Altneuland · 1904-07-01 · Heft 7 (Juli 1904) · p. Seite 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 7 (Juli 1904)
Article
Beirût (Syrien). Handelsbericht für das Jahr 1902
Date
1904-07-01
Page
Seite 217 (sequence 4)
Language
German
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— 217 — Gummi-Tragant wird zwar in Beirut gehandelt, aber entweder als „anatolischer" aus Mersina, oder als „syrisch-persischer" aus Aleppo oder Bagdad über Alexandretie bezogen. Der erstere steht diesem an Güte nach, er wird je nach Beschaffenheit für 90 bis 475 Mk. für 100 kg cif Hamburg geliefert. Der syrisch-persische schwankte im Preise zwischen 60 und 700 Mk. Diese Preise haben z. Zt. (im August 1903) und zwar infolge kopflosen Arbeitens Bagdader Häuser einen bisher nicht dagewesenen Tiefstand erreicht und dadurch den anatolischen Gummi-Tragant, in dem Mersina jährlich für etwa 100 000 Franken umsetzt, etwas in den Hintergrund gedrängt. Eine Preissteigerung ist indessen demnächst zu erwarten. An Asphalt wurden 3499 dz durch ein hiesiges Haus ausgeführt, welches die der Grossherrlichen Zivilliste gehörigen Asphaltgruben zu Häsbejä gegen Entrichtung von 2/3'der Ausbeute gepachtet hat, diese 2/3 aber regelmässig ankauft und sich so ein Monopol geschaffen hat. Versuche, die Pachtung in europäische Hände zu bringen, sind trotz günstiger Angebote bisher ohne Erfolg geblieben. Die Preise sind: Marke A in Stücken 100 kg lob Beirut 55 Franken „ B in Pulver 100 „ „ „ 45 „ „ B u.A gemischt 100 „ „ „ 50 (80 v. H. in Stücken, 20 v. H. Pulver) bei Abnahme von mehr als 25 Kisten 2 Franken iür 100 kg billiger. Industrien. Die heimische Textilindustrie, welche als Hausindustrie in Beirut, dem Libanon, Horns, Hamä und Damaskus gröbere Baumwollengewebe für den türkischen Markt, sowie für diesen, den amerikanischen und europäischen mit Seide gemischte und mit Lamettafäden durchwirkte baumwollene Vorhang- und Divanstoffe, Schals, Decken usw. hergestellt, hat 1902 keinen Fortschritt gemacht, in Damaskus ist sie sogar stark zurückgegangen. Dort arbeiteten 4500, in Beirut und dem Libanon, gegen 3000, in Horns 8000, in Hamä 1100 Webstühle. Ausgeführt wurden über Beirut 3131 dz Baumwollengewebe (1900: 2725 dz, 1899: 3464 dz). Die Herstellung fertiger Herrenkleidung europäischer Mode machte in Beirut weitere Fortschritte; es wird nicht nur sehr billig nach Mass, wie bisher, sondern schon auf Vorrat gearbeitet. Die etwa 40 Tischlereien Beiruts decken nach wie vor zu sehr billigen Preisen den Hauptbedarf an Möbeln. Die Ausfuhr an sogen. Muscharabije- und ähnlichen orientalischen Möbeln, gravierten Metallarbeiten nach Amerika, Konstantinopel, Frankreich und Deutschland blieb unverändert; erstere liefert zum grössten Teile, letztere ausschliesslich Damaskus. Die Stärkefabriken, hauptsächlich in Damaskus, lieferten flüssige für die Webeindustrie bestimmte und trockene ordinäre Stärke, von welcher 1735 dz über Beirut nach türkischen Häfen ausgeführt' wurden; die feinere Stärke (191 dz) wird aus Europa eingeführt. Die Seilereien lieferten für die Ausfuhr nach türkischen Plätzen an Bindfaden 421 dz, an Seilen und Tauen 1592 dz, die Leimfabriken 432 dz Tischlerleim, die Seifensiedereien 11711^ dz ordinärer Seife. Die bessere Ware wird in geringen Mengen eingeführt. An Teppichen wurden 320 dz ausgeführt, meist aus Damaskus, Bagdad, Persien stammende ganzwollene Ware, die in guter, gangbarer Sorte durch-

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