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Altneuland · 1904-07-01 · Heft 7 (Juli 1904) · p. Seite 212

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 7 (Juli 1904)
Article
Die Drusen
Date
1904-07-01
Page
Seite 212 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 212 — Teil der Herrschaft für die Familie zu retten, dessen Sohn, der letzte Macn, der kinderlos starb, übertrug das Grossemirat mit Zustimmung der Drusen an die gleichfalls mohammedanische, seit 1173 schon in ständigen Zwischenheiraten mit den Ma'n verschwägerte Familie der Schihäb, die nunmehr von Häsbejä nach Der el-Kamar übersiedelten, das bereits zur Zeit Fahr ed-dins der Regierungssitz geworden war. Den Schihab machte bald der die gesamte islamische Welt bis in den entfernten afrikanischen Westen zersetzende Streit zwischen den aus Nord- und den aus Südarabien . eingewanderten Stämmen viel zu schaffen. In der Schlacht von cAindära 1711 wurden die Südaraber des Libanon völlig niedergeworfen. Sie zogen nunmehr zum grossen Teil nach dem von alter Zeit her von südarabischen Stämmen unter der Führung der bekannten Rassaniden bewohnten Haurän, der nach der islamischen Eroberung Syriens stark entvölkert war. Der berühmteste Sohn der Familie Schihäb ist der Emir Beschir Schihab, der in seiner 54jährigen Regierung die Drusen sowohl im Libanon, wie im Haurän oft und empfindlich gedemütigt hat Er stand, wahrscheinlich selbst Christ und nur zum Schein Mohammedaner, den libanesischen Maroniten, den alten erbitterten christlichen Feinden der Drusen, stets näher als den Drusen, er hat beide gegeneinander ausgespielt und so vor allem das immer unheilvoller sich gestaltende Verhältnis zwischen Drusen und Maroniten verschuldet. In allen Wirren und bei all den zahlreichen Aufständen und Revolten fand er stets eine feste Stütze an dem grossen Begründer der ägyptischen Dynastie Mehmed cAli und dessen gleich grossen Sohn Ibrahim Pascha, mit denen ihn ein unauflösliches Bündnis fast während seiner ganzen 54jährigen Herrschaftverband. Mit ihnen ging auch er 1840 zugrunde, als sein Erbe die aufs höchste erregte Feindschaft zwischen Drusen und Maroniten hinterlassend, die sich in den folgenden Jahren in leidenschaftlichen, blutigen Kämpfen zwischen beiden Luft machte. Hier konnte auch die Verwaltungsreform vom Jahre 1842, die den Libanon durch die LinieBeirüt—Damaskus in einen nördlichen unter maronitischerVerwaltung und einen südlichen unter drusischer Verwaltung stehenden Verwaltungsbezirk teilte, nichts mehr helfen, es kam 1860 zu den fürchterlichen Blutbädern von Häsbejä und Der el-Kamar und im Anschluss daran zur Intervention Europas. 10 000 Franzosen unter dem General Dufort landeten in Syrien und der Libanon wurde unter einer repräsentativen Verwaltung mit einem von den

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