Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1904)
- Article
- Die Drusen
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 213 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 213 — Mächten zu bestätigenden türkischen Gouverneur an der Spitze selbständig. Auch jetzt nach der Neuordnung der Verhältnisse im Libanon wanderten viele Drusen, wie es seit der Schlacht von 'Aindära vom Jahre 1711 sich oft wiederholt hatte, aus dem Libanon nach dem Haurän aus, wo sie völlig unabhängig waren und wo die ausserordentliche Fruchtbarkeit der Nukra, des westlichen Vorlandes des Haurängebirges, das als Kornkammer bekannt ist, ihnen grossen Wohlstand verlieh. Mit ihrem wachsenden Vermögen und durch kriegerische Erfolge gegen die Beduinen sowie gegen die ägyptischen Truppen veranlasst, wurden die Haurändrusen auch gegen die Türken immer übermütiger. Diese mussten auf sie Rücksicht nehmen, denn ganz Syrien war in seiner Getreideversorgung von dem Haurän abhängig, so dass jede Unternehmung gegen die Haurandrusen eine Steigerung der Kornpreise in ganz Syrien zur Folge hatte. Die Türken versuchten, sich nach vielfachen erfolglosen Kämpfen gütlich mit ihnen zu einigen. Durch die Verfassung von 1879 wurden ein drusischer Käimmakäm, d. i. etwa Landrat des Haurän und 8 drusische Mudire, das sind die Leiter der Distrikte, eingesetzt. Dennoch empfand man dieses Verwaltungssystem als ein aufoktroyiertes und konnte sich nicht damit befreunden, immerfort brachen grössere oder kleinere Revolten aus. Die letzte, blutigste war die vom Jahre 1895/96, die zuletzt 30 000 Mann türkischer Truppen unter Tähir Pascha und später unter dem ganz besonders energischen, in Kreta erprobten, 'Abdallah Pascha ins Feld rief. Trotz der kolossalen Uebermacht — es standen nur etwa 6000 Drusen im Felde — wurde der Kampf nur nach unsäglichen Verlusten und völliger Erschöpfung des türkischen Militärs durch einen Generalpardon an die Drusen beendigt. Die Hauptführer der Drusen, sowohl die politischen wie die religiösen Führer, wurden ins Exil geschickt, zum Käimmakam des Hauränbezirks wurde ein Tscherkesse eingesetzt und auch nur zwei Drusen als Mudire beibehalten. Von der Heranziehung zum regulären Truppendienst wurde aber auch jetzt noch vorläufig Abstand genommen. Ob sich die Türkei allerdings zu solchem Verzicht auf die Dauer verstehen wird, ist zweifelhaft, gewiss dagegen, dass jeder neue Versuch, die Drusen zum Kriegsdienst zu zwingen, energischen Widerstand hervorrufen wird. Von Kämpfen, wie die von