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Altneuland · 1904-07-01 · Heft 7 (Juli 1904) · p. Seite 206

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 7 (Juli 1904)
Article
Harmonische und disharmonische Gesellschaften
Date
1904-07-01
Page
Seite 206 (sequence 8)
Language
German
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— 206 — dem Wachstum des Betriebes immer mehr mechanisiert; und umgekehrt wird mit dem Wachstum der Arbeitskräfte der mechanische Betrieb der Landwirtschaft immer mehr zum Kunsthandwerk. Diese Ueberlegungen machen es klar, warum die landwirtschaftliche Genossenschaft im Gegensatz zu ihrer Schwester in der Industrie in allen bekannt gewordenen Fällen — und selbst in nur entfernt verwandten Organisationen — so gut wie ausnahmslos geglückt ist. Um den Gegensatz voll zu machen, so unterliegt sie als eine harmonische Genossenschaft nicht dem Gesetze der Transformation. Hier können wir uns nur auf sehr wenig Tatsachen berufen; denn die einzige ganz reine Arbeiterproduktiygenossenschaft, die bisher existiert hat, Rahaline, fand nach kaum zweijährigem Bestehen ihr Ende durch einen äusseren Unglücksfall. Sie hat in dieser kurzen Zeit auch nicht die Spur einer Tendenz gezeigt, sich zu sperren und kapitalistisch zu entarten; sie hat ihre Mitgliederzahl verdoppelt. Aber es muss zugegeben werden, dass ihre Existenzdauer zu* kurz war, und dass das eine Beispiel auch im Falle einer längeren Dauer nicht genügen würde, um den induktiven Beweis dafür zu erbringen, dass diese Produktivgenossenschaft dem Gesetze der Transformation nicht unterliegt. So müssen wir denn der psychologischen Analyse vertrauen, die uns denn doch einiges geleistet hat, wie die vollkommene Uebereinstimmung zwischen den Ergebnissen unserer bisherigen Betrachtung und der empirischen Wirklichkeit beweist. Dass jeder einzelne Genosse als Bauer alle charakteristischen Eigenschaften eines Käufers hat, dass zwischen ihm und seinen Genossen, die auch Käufer sind, die volle Harmonie aller Interessen besteht, die z. B. den städtischen Konsumverein transformationsfrei hält, haben wir bereits gesehen. Wir haben, aber auch gesehen, dass der Zutritt neuer Genossen durch Verbilligung des Kredits, Intensivierung des Betriebs und Gewinnung eines kaufkräftigen Marktes die Vorteile für jeden einzelnen vermehrt statt vermindert. Es wächst zwar mit dem Zutritt neuer Genossen der Divisor des Gewinns, aber aus allen diesen Gründen viel stärker der Dividendus; und das erkannten wir oben als die Ursache dafür, dass die städtische Käufergenossenschaft offen bleibt, während die städ-

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