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Altneuland · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 184

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Beirût (Syrien). Handelsbericht für das Jahr 1902
Date
1904-06-01
Page
Seite 184 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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— 184 — Mai/Juni (Seidenernte), Juli bis Oktober (Getreideernte), dann, vom Dezember an bis Ende Februar, aufwärts, in welchen Monaten die bedeutendsten Zahlungen an Europa zu leisten, Schecks daher gesucht sind. Fahrstrassen. Seit Ende 1902 ist Saida (Sidon), etwa 40 km südlich von Beirut inmitten ausgedehnter Apfelsinen- und Zitronenpflanzungen gelegen,, mit Beirut durch eine gute Landstrasse verbunden, auf der sich ein lebhafter Verkehr entwickelt. Post und Telegraph. Die inländischen Telegraphentarife haben 1902 eine wesentliche Verbilligung erfahren. Dem dadurch stark vermehrten Telegraphenverkehr war das vorhandene Personal nicht gewachsen, so dass Verspätungen der Depeschen gang und gäbe geworden sind. Es besteht ein lebhafter Postverkehr, namentlich auch mit Schecks und Bargeld enthaltenden Einschreibebriefen, zwischen den nach Amerika, besonders den Vereinigten Staaten von Amerika ausgewanderten Libanesen und ihren im Libanon verbliebenen Familien. Früher liefen diese Postsachen bei dem hiesigen französischen Postamte ein und wurden dort zur Abholung seitens der Adressaten aufbewahrt, seit einigen Jahren aber werden sie seitens des französischen Postamts der hiesigen türkischen Post zur Bestellung übergeben. Die gleichen Verhältnisse lagen für Tripolis vor. Neuerdings geht die gesamte, aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika für Beirut und den Libanon eingehende (in New York gesammelte) Briefpost mit der österreichischen Post ein. Produktion und Ausfuhr. Seide. Die Seidenernte 1902 war, wie schon oben erwähnt, eine gute während die beiden vorangehenden, insbesondere die des Jahres 1901, unter dem Mittel geblieben waren und zudem den Spinnern dadurch erheblichen Schaden gebracht hatten, dass diese für die frischen Kokons zu hohe Preise gezahlt hatten. Die Ergebnisse an frischen Kokons werden für 1902 auf über 5 Millionen Kilogramm, für 1901 auf 41/4 bis 4% Millionen Kilogramm, für 1900 auf 4r/2 Millionen Kilogramm geschätzt. An fremdem Seidensamen, hauptsächlich aus Frankreich, wurden gegen 120 000 Schachteln zu je 25 bis 30g ausgesetzt; daneben hat aber die Zucht und Benutzung einheimischen Samens weitere Fortschritte gemacht. Die Oka frischer Kokons kostete 22y2 bis 26*/4 Beirüter Piaster, d. h. 1 kg 3,25 bis 3,75 Franken. Von den geernteten Kokons gingen in getrocknetem Zustande nach Marseille, Oberitalien etc. 135 050 kg, die etwa 400 000 kg frischer Kokons und einem Werte von rund 1 500 000 Franken entsprachen. An gesponnener Seide wurden über Beirut fast ausschliesslich nach Lyon 315 250 kg in Ballen zu 100 kg ausgeführt; das Kilogramm Rohseide wurde fob Beirut mit 44 bis 45 Franken verkauft und erzielte auf dem Lyoner Markte 48 bis 49 Franken, was einen Gesamtwert von rund lS1/^ Millionen Franken ergibt. An Frisons (Seidenabfällen) wurden 127 000 kg zum Preise von 6 bis 6,50 Franken für das Kilogramm, also im Gesamtwerte von rund 800 000 Franken ausgeführt. Das zur Ausfuhr gelangte Erträgnis der syrischen Seidenernte hatte somit 1902 einen Wert von über 171/2 Millionen Franken. Im Lande blieben zur Verwendung für die heimische Webeindustrie etwa 200 000 kg frische Kokons. Zum gleichen Zwecke wurde wie bisher chinesische und japanische Rohseide eingeführt. Auch das laufende Jahr (1903) hat eine gute Seidenernte ergeben, obwohl es gegen 1902 einen Fehlbetrag von 15 v. H. (5 v. H. in der Ausbeute, 10 v. H. in der Beschaffenheit) aufweist.

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