Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Beirût (Syrien). Handelsbericht für das Jahr 1902
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 185 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2266000-2266001-2266008-2266542--0398-2266599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Beirut 3× ep/1047833
- Haifa 2× ep/1047930
OCR text
— 185 - Da aber die französische und italienische Erzeugung durch die eine Frostnacht des 20. April einen Ausfall von fast einem Drittel erlitten und auch die chinesische Ernte eine Einbusse zu verzeichnen hat, so wird der qualitative Fehlbetrag der syrischen Kokonernte in diesem Jahre reichlich aufgewogen durch die günstigen Preisverhältnisse. Besonders kam dabei das Verhalten der französischen Und italienischen Fabriken zustatten, die bei den anfänglich (Ende Juli) in Lyon geforderten Preisen von 48 bis 52 Franken für 1 kg Rohseide mit dem Einkauf zurückhielten und in der zweiten Hälfte des August gezwungen waren, zu 50 bis 54 Franken zu kaufen. Die Oka (1,280 kg) frischer Kokons wurde im Einkauf anfänglich mit 26 bis 30 Beirüter Piaster, später mit 25 bis 30 und 221/2 bis 25 Berniter Piaster (für die geringere Qualität) bezahlt. Trockene Kokons erzielten zu Anfang der Ernte in Lyon 12,50 bis 13,60 Franken, dann trat ein Rückgang bis auf 11,75 Franken und bis Mitte August wieder ein Steigen auf 12,75 Franken für 1 kg ein. Frisons kosten zurzeit 7 Franken für 1 kg. Bemerkt sei noch, dass auch für die übrigen Seidenbau treibenden Gegenden der Türkei (Brussa und das übrige Anatolien über zwei Drittel, Rest Salonik und Adrianopel) die diesjährige Ernte eine gute gewesen ist; die Verwaltung der Dette Publique berechnet für sie 6x/2 Millionen Kilogramm Kokons, d. h. 20 v. H. mehr als im Vorjahre. Getreide. Das Ergebnis der syrischen Getreideernte im Jahre 1902 war im allgemeinen nur mittelmässig; im Bezirk Tripolis für Weizen unter, für Gerste über dem Durchschnitt, im Bezirk Haifa nur für Sommerfrüchte wie Sesam über dem Mittel. In dem eigentlichen Kornhinterlande Beiruts, dem Wilajet Damaskus (mit dem Haurän), Horns und Hamä ergab die Weizenernte 1 300 000 dz, d. i. ein mittelmässiges, eine Ausfuhr ausschliessendes, die Gerstenernte ein sehr reichliches (800 000 dz), die sonstigen Feldfrüchte ein durchweg ungünstiges Erträgnis. Die Gesamtproduktion des Wilajets Beirut (ohne Damaskus) ergab 1 629 330 dz Körnerfrüchte (gegen 1901 -f- 216 139 dz). Ausgeführt wurden über Beirut nur ganz geringe Mengen, nämlich: 228 dz Weizen, 27 138 dz Gerste, 423 dz Sesam; aus sämtlichen Häfen (von Lädikije bis Haifa) des Wilajets: 4585 dz Weizen, 286 115 dz Gerste, 14 260 dz Sesam, 14 016 dz Dari, zusammen 328 970 dz, sowie einige andere Körnerfrüchte und etwa 1100 dz Kleie. Die cif Beirut gezahlten Preise waren für 1 dz: Weizen 12,50 bis 13,50 Franken, Braugerste 10 bis 12 Franken, Futtergerste 9 bis 9,50 Franken, Hafer 9 bis 10 Franken, Dari 11 bis 12 Franken, Kichererbsen (Ausfuhr 704 dz) 13 bis 14 Franken, Linsen (Ausfuhr 2745 dz) 10,50 bis 12,50 Franken, Sesam 38 bis 39 Franken. Abnehmer für die zu Brauzwecken, wozu sie vorzüglich geeignet ist, ausgeführte Gerste war hauptsächlich England (für die Gerste aus Mersina auch Hamburg), ebenso für Dari. Sesam ging zumeist über Haifa und 'Akkä, von Mersina abgesehen, das mit seinem Hinterland von den vorstehenden Angaben nicht betroffen wird, Von dem Ernteerträgnis des laufenden Jahres werden Braugerste zu 11 bis 12 Franken, Futtergerste zu 9,50 bis 10 Franken, Linsen zu 10 bis 11 Franken für 100 kg cif Beirut verkauft. Die Ausfuhr dürfte im Jahre 1903 eine reichlichere sein. (Schluss folgt.)