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Altneuland · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 179

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Gross- und "Klein"-Kolonisation
Date
1904-06-01
Page
Seite 179 (sequence 10)
Language
German
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— 179 — hinrufen wird, dann wird erst die richtige Kolonisation des Landes beginnen, Die Methode, wie jetzt kolonisiert wird, ist gewiss nicht dazu angetan, einen neuen Zuzug hinzulenken. Man hatte nicht die Zukunft des Werkes im Auge, sondern man suchte für den Moment abzuhelfen. So wurde die Kolonie so und so ausgebaut, so unterstützte man einen oder den anderen Kolonisten und nur selten erfüllte die Unterstützung ihren Zweck. Genug mit Einzelunterstützungen! Es müssen nur Unternehmungen von allgemeiner nationaler Tragweite in Angriff genommen werden von der Natur der von uns vorgeschlagenen. Diese allein sind geeignet das Land in den für uns erwünschten Zustand der kulturellen Entwicklung zu versetzen. Und wir dürfen uns doch der Tatsache nicht verschliessen, dass das Land, wenn wir nicht mit Hand anlegen, auch ohnedies auf dem Entwicklungsgange vorwärts gelangen wird. Es gibt jetzt kein Land, welches sich der Kultur gegenüber mit chinesischen Mauern umgeben könnte. Nicht einmal China halfen seine Mauern, die europäische Kultur drang doch hinein. Und so beobachten wir das Eindringen der europäischen Kultur nach allen Winkeln des Türkischen Reiches und ganz besonders nach Palästina. Seien wir doch die Kulturträger unseres Landes! Sonst sind es andere! Und es ist doch jetzt eine alltägliche Erscheinung, dass ein Land demjenigen gehört, der es wirtschaftlich beherrscht. Wir müssen ernstlich daran denken, schliesslich einmal die von unserem Parteiprogramm angestrebten politischen Rechte in Palästina zu erlangen. Dazu müssen wir aber uns und unser Land erst vorbereiten. So wie wir jetzt dastehen, könnten wurmt einem Charter nichts anfangen. Es könnte vielleicht zu grossen verhängnisvollen Irrtümern führen. Daher beginnen wir endlich mit der unbedingt notwendigen kulturell-wirtschaftlichen Vorarbeit. Man könnte uns aber einwenden, dass wir bei unseren Vorschlägen o-ewissermassen die Rechnung ohne den Wirt machen, o o o 1 dass die sämtlichen von uns vorgeschlagenen Unternehmungen vorläufig in Palästina nicht in Angriff genommen werden können, da der türkischen Regierung dies nicht genehm wäre. Demgegenüber verweisen wir darauf, dass zwar die Einwanderung von osteuropäischen Juden teilweise untersagt ist; dagegen können Versuchsstationen eingerichtet, Handelsgesellschaften gegründet werden, Banken funktionieren, Konzessionen für Eisenbahnbauten und Wasserwerke erlangt werden usw. Auch Ein-

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