Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Gross- und "Klein"-Kolonisation
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 178 (sequence 9)
- Language
- German
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— 178 — sofort besiedlungsfähig sind und erst urbar gemaclit werden müssen, wie sumpfige oder wasserarme Gegenden. Nach erfolgter Urbarmachung und Sanierung könnten die betreffenden Flächen mit einem Gewinn für das angelegte Kapital parzelliert und verkauft werden. Die bis jetzt aufgezählten Möglichkeiten einer Organisations¬ und Erschliessungsarbeit bezogen sich in der Hauptsache auf das Land in seiner landwirtschaftlichen Entwickelung. Es unterliegt aber wohl keinem Zweifel, dass die Wechselwirkungen zwischen Stadt und Land ihren Einfluss auf die Vergrösserung des jüdischen Elementes in den Städten nicht verfehlen werden. Die städtische Kolonisation wird nicht auf sich warten lassen. Hier wird sich bald die Möglichkeit für verschiedene grössere und kleinere Industrien, für den Handel, die freien Berufe herausstellen. Die genaue Kenntnis des Kolonisationsgebietes wird auf diese Zweige der menschlichen Tätigkeit in Palästina ohne Zweifel fördernd einwirken. Die genauere Schilderung der diesbezüglichen Arbeitsgebiete überlassen wir berufeneren Beurteilern. Was wir hier wollten, war zu zeigen, wie wir sofort in unserem Kolonisationsgebiete tätig sein können und müssen. Wir haben es zuerst versucht, mit dem falschen Begriff von vermeintlichen Unterschieden zwischen Gross- und Kleinkolonisation aufzuräumen und zu zeigen, dass es vielmehr auf die systematische, wenn auch im Anfang kleine, Tätigkeit ankommt. Wir bewiesen auch an dem Beispiele der anderen Völker, dass eine Gross-Kolonisation dort, wo sie „gemacht" wurde, nicht gelungen ist, dass aber eine Grosssiedlung, fast immer freiwilliger Natur, nur von den Regierungen geregelt und überwacht, dort stattfinden konnte, wo die natürlichen Bedingungen dazu geeignet sind oder mit Hilfe von zweckentsprechenden Unternehmungen dazu entwickelt wurden. In bezug auf Palästina galt es zu zeigen, auf welche Weise wir das Land herzurichten haben, um eine Grosssiedlung zu ermöglichen. Wenn wir die von uns vorgeschlagenen, zum Teil schon in Ausführung begriffenen, Unternehmungen, deren Aufzählung zweifellos ergänzt werden könnte, baldmöglichst in Angriff nehmen, so werden wir zeigen, dass wir unsere Kolonisationsaufgabe richtig verstehen. Unser Ziel wird erreicht werden, wenn unsere Brüder freiwillig ins Land ihrer Sehnsucht ziehen werden. Wenn der Sohn seinen Vater und der Bruder seinen Bruder