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Altneuland · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 177

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Gross- und "Klein"-Kolonisation
Date
1904-06-01
Page
Seite 177 (sequence 8)
Language
German
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— 177 - Rein vom Standpunkte der Förderung der Siedlung in Palästina kommen in Betracht 6. die Fragen von Kreditinstituten, Banken usw. Wir hatten schon früher gezeigt, und zwar an dem Misserfolg der Grosskolonisation anderer Völker, dass die Gewährung von Geldmitteln zur Installierung an mittellose Leute nie zu dem erwünschten Ziele einer Grosssiedlung führen kann. Derartige wohltätige Kolonisation ist von vornherein hinausgeworfenes Geld! Dagegen ist die Gewährung von Vorschüssen an Leute, die wirtschaftlich kreditfähig sind, ein mächtiges Mittel zur Entwickelung der Siedlung. Die Gründung der Anglo-Palestine-Company war der erste bedeutende Schritt nach dieser Richtung, und es ist zu wünschen, dass ihre Tätigkeit in dieser Hinsicht immer grössere Dimensionen annimmt. Was wir noch anzustreben haben, ist die Gründung einer Länderbank. Denn wir müssen damit rechnen, dass der grösste Teil unserer Einwanderer nicht die nötigen Mittel besitzen wird, um sich im neuen Lande niederzulassen. Während in vielen Kolonisationsgebieten, die zugleich Siedlungsgebiete sind, den Einwanderern von seilen der Regierung Land zum Teil umsonst, zum Teil auf mehrjährige Abzahlung gewährt wird, müssen wir von vornherein damit rechnen, dass wir Land gewähren müssen, sei es in Form von Verpachtung der dem Nationalfonds gehörenden Flächen, sei es durch Uebergabe von Boden an sie nach Bezahlung des Wertes des Grundstückes. Durch die Vergrösserung der dem Nationalfonds gehörenden Flächen und noch mehr durch ihre Verwandlung in mit Oelbäumen bestandene Volksdomänen werden wir imstande. sein, vielen .armen Familien Land und Pflanzungen zu verpachten — da eine durchschnittliche Familie vom Ertrag von 3 Hektaren Olivenpflanzungen leben kann, während sie zu ihrem Lebensunterhalt gewiss nicht unter 15 Hektar Ackerboden gebraucht, so werden wir auf bepflanzten Volksdomänen mindestens fünfmal soviel Menschen ansiedeln können, wie auf unbepflanzten. Dagegen können die Familien, die über Mittel verfügen, Land erwerben und sich darauf niederlassen. Die in Gründung begriffene Bodenerwerbs- und Verkaufs-Gesellschaft „Geulah" ist wohl nur ein kleiner Anfang in dieser Beziehung und müsste in «ine grosse Länderbank verwandelt werden. Eine solche Bank könnte auch Flächen erwerben, die nicht

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