Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Gross- und "Klein"-Kolonisation
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 174 (sequence 5)
- Language
- German
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— 174 — Administration des Baron Rothschild auf eigene Kosten hergestellt hat. Gewiss wird sich bei genauerem Studium der lokalen Verr hältnisse herausstellen, dass es in Palästina wohl möglich ist, noch, jetzt den Bau neuer rentierender Eisenbahnen zu unternehmen. Dazu sind Initiative und Kapital erforderlich. Die Initiative muss sich darin äussern, dass genaue wirtschaftliche Erkundungen, spezieller Landesteile unternommen werden, worauf wir schon unter 1. hingewiesen haben. Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee zu Berlin, eine private Institution, die mit Geldmitteln operiert,, die ihr Interessenten zuwenden, unternimmt in den deutschen Schutzgebieten solche Erkundungen und veranlasst nachher die Konstituierung von Gesellschaften, die den Bau der Linien unternehmen. Wir müssen auch eine Körperschaft besitzen, die solche Erkundungen veranlasst, die auch, was durchaus nicht ausgeschlossen ist, vorläufig zu einem negativen Ergebnis führen, können. Immerhin wird das gewonnene Material später im richtigen Moment verwendet werden können. Es ist merkwürdig genug, dass sich jüdisches Geld bis jetzt gar nicht bei grossen Unternehmungen im Lande beteiligt hat. Die Eisenbahnlinie Jaffa—Jerusalem ist in französischen Händen,, die Haifa—Damaskus-Linie war zuerst an Engländer konzessioniert, worden und wird jetzt durch die türkische Regierung selbst weiter gebaut. Lassen wir es nicht dazu kommen, dass die nächste in Palästina zur Ausführung gelangende Bahn auch von Nichtjuden? veranlasst und gemacht wird! Wenn wir nicht die grossen wirtschaftlichen und technischen Hilfsmittel des Landes in unseren; Händen haben, so bleiben wir immer nur Gäste im Lande. 5. Die Erschliessung des Wasserreichtums des Landes. Allgemein ist die Ansicht verbreitet, dass Palästina an Wassermangel leidet. In so allgemeiner Fassung ist diese Behauptung gewiss unrichtig. Mehr als zwei Drittel des Landes erhalten an Niederschlagswasser so viel, wie die Länder der gemässigten Zone, nur ist die Verteilung der Niederschläge eine andere. Nur der südliche, nach Aegypten grenzende Teil gehört zu den regenarmen Gegenden, ebenso der äusserste Osten des Landes. Jedoch würde es die natürliche Niederschlagsmenge, wenn sie aufgefangen und aufgespeichert wäre, erlauben, dass ein gewisser Teil dieser trockenen Distrikte intensiv ausgenutzt werde, während der übrigeTeil extensiv durchBeweidung, auch Getreidebau nutzbar gemacht werden könnte..