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Altneuland · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 173

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Gross- und "Klein"-Kolonisation
Date
1904-06-01
Page
Seite 173 (sequence 4)
Language
German
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— 173 — krasser Form, überall in den Dörfern und Kolonien fühlbar. Deshalb erscheint die Frage der Schaffung von Verkehrsmitteln, in erster Linie von Eisenbahnen, für Palästina als besonders wichtig. Von ihrer befriedigenden Lösung hängt direkt die Besiedelungsmöglichkeit des Landes ab. Gegenwärtig besitzt das Land nur eine fertige Bahn: Jaffa—Jerusalem, und zwei Bahnen im Bau: Haifa—Damaskus und Damaskus—Mekka. Von •den letzteren kommt die Haifa—Damaskuslinie ganz besonders für die Förderung der Besiedlung in Betracht, da sie den Haurän, •der grosse produktive Ländereien enthält, mit der Küste verbindet. Doch fehlt noch eine Abzweigung nach Näbulus und Jerusalem. Judäa ist südlich der Jaffa-Jerusalemlinie ganz ohne Eisenbahnen. Die reiche Gerstengegend von Gaza besitzt keine Schienenwege, und nicht einmal die ca. 5 km. von der Küste entfernte Stadt Gaza selbst ist mit ihr durch einen Schienenstrang •verbunden. Erfordert die mehr extensive Produktion von Feldfrüchten in der Hauptsache die Schaffung von Hauptlinien, so wird bei •der intensiven Erzeugung von Wein, Gemüse, Obst, Oel etc. der Bau von Zweiglinien notwendig. Vor kurzem brachten wir eine leider nicht bestätigte Notiz von der Verbindung von Rischonle-Zion mit der Eisenbahnstation Ramleh durch eine Abzweigung der Jaffa—Jerusalembahn. Diese Zweigbahn würde gewiss die Transportkosten des Weines zum Hafen bedeutend verringern, und es würde sich infolge der grossen Mengen auch das Unternehmen rentiert haben. Und so ist es wahrscheinlich, dass auch eine grössere Entwicklung der Kolonien, wenn nicht direkt die Anlage von Zweigbahnen erfordern, so doch gewiss die Herstellung von Feldbahnen (Koppel- und Decauville-Bahnen) nach sich ziehen wird. So wäre schon jetzt eine Verbindung von Sichron-Jacob nach Tantura, dem Verschiffungsort der dort er- - zeugten Weine, dringend anzuraten. Die einzelnen Kolonien müssten gute Wege erhalten, die sie mit den Eisenbahnstationen, wo solche vorhanden sind, oder mit der Stadt verbinden. Den Nutzen solcher Wege sieht der deutsche Kolonist sofort ein. Er hat seine Kolonien mit den näher gelegenen Städten (so Sarona mit Jaffa) durch gute Wege verbunden. Und sogar die Tscherkessen haben sich in ihren ostjordanischen Ansiedlungen primitive Wege für ihre zweirädrigen Karren hergerichtet (gewiss ein Fortschritt gegenüber der übrigen Bevölkerung). In den jüdischen Kolonien existieren nur dort Wege, wo sie die

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