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Altneuland · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 172

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Gross- und "Klein"-Kolonisation
Date
1904-06-01
Page
Seite 172 (sequence 3)
Language
German
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— 172 — Einführung und Entwicklung neuer Kulturen fördernd einwirkenkann, indem sie die erzeugten Produkte auf den Markt bringt.. Es sei hierbei nur auf das Beispiel der Einführung der Erdnusskultur in Palästina hingewiesen. Ein diesbezüglicher kleiner "Versuch wurde schon vor zwei Jahren in Palästina unternommen, und von Erfolg begleitet, indem ein gutes Produkt erzeugt wurde.. Indess könnte die. Kultur der Erdnuss keine Ausdehnung gewinnen, da die einheimischen Kaufleute, Araber, diesen Artikel gar nicht führten, abgesehen von kleinen, für den Naschbedarf der städtischen Bevölkerung berechneten Mengen, die vom Ausland kamen. Eine grössere Menge, die im Lande selbst erzeugt, würde, könnte in diesen Kaufleuten keine Abnehmer finden. Eine europäisch geleitete Handelsgesellschaft weiss gut, wo dieser Artikel, der eine wichtige Oelfrucht ist, zu lohnenden Preisen abgesetzt wird, und würde diese Kultur durch Abnahme des erzeugten Produktes zur Blüte bringen. Und die Erdnussimlüir kann zu einer der wichtigsten Kulturen Palästinas werden, da die klimatischen und Bodenverhältnisse sich hier für sie eignen.. Gegenwärtig ist der Haupterzeugungsort für Erdnuss Senegal in Afrika, von wo im Jahre 1902 für 20 524 756 Eres. Erdnüsse ausgeführt wurden, während vor 62 Jahren, d. i. im Jahre 1840, nur für 1500 Fr es. Erdnüsse zur Ausfuhr gelangten. Dieses- Beispiel mag genügen, um zu zeigen, wie die Schaffung von Absatzmöglichkeiten spezielle Kulturen in einem Lande fördern kann.. 4. Die Verkehrsmittel. Ein wichtiges Erschliessungsmittel für ein Kolonisationsland sind die Verkehrswege, von deren Existenz die Besiedlung vieler Gebiete direkt abhängt. Hierzu gehören Eisenbahnen und Strassen und, wenn bedeutendere perennierende Flüsse vorhanden sind, auch Wasserwege. Es ist wohl überflüssig, darauf hinzuweisen, dass gute Verbindungen, speziell Eisenbahnen, die Kolonisierung erleichtern würden. Aber ein Beispiel mag für die Wichtigkeit derselben angeführt werden. Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Weizenproduzenten des Ostjordanlandes für den Transport ihres Weizens zur Küste, meist nach Akka, die Hälfte der zu transportierenden Last dem Kamelbesitzer für die Benutzung seines Tieres zum Transport zu bezahlen haben. Es folgt daraus, dassseine Ware am. Erzeugungsort selbst nur den halben Marktpreis besitzt. Und dieser Preisunterschied ist, wenn auch in weniger

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