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Altneuland · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 165

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Das Trachom in Palästina
Date
1904-06-01
Page
Seite 165 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 165 - hemmend einwirken, ersehen wir aus dem hebräischen Berichte Gregori d'Arbellas (1889) über den Gesundheitszustand der jüdischen Kolonien in der Nähe Jaffas. Hier wird besonders über das Wüten zweier Krankheiten lebhaft Klage geführt: der „machalat hakadachat" (Malaria) und des „deleket haenajim" (Trachom). Aber gerade die Angabe, die der Verfasser über den Rückgang des Trachoms in jenen Kolonien macht, gibt uns einen Lichtblick in die Zukunft. Bevor wir hierauf eingehen, wollen wir mit einigen Worten über die Chancen der Verhütung und Behandlung des Trachoms sprechen. Es sei zunächst noch einmal daran erinnert, dass fast ausschliesslich, vielleicht sogar ausschliesslich durch Uebertragung des eitrigen Sekrets die Verbreitung des Trachoms erfolgt. Das ist für die Frage der Prophylaxe von eminenter Bedeutung. Hier gilt es keine lebenden Zwischenträger auszurotten, wie bei der Malaria, hier ist die Beschaffenheit des Bodens ohne Bedeutung, hier besteht keine Gefahr der Verbreitung des Krankheitsstoffes durch das Trinkwasser oder durch Verstäubung der Auswurfsstoffe der Kranken, und eine Luftübertragung scheint nicht vorzukommen. Das oberste Prinzip bei der Bekämpfung der Krankheit lautet demnach: Verhütung der Sekretverschleppung und möglichst rasche Heilung des Einzelfalles — nicht nur im Interesse der Befreiung des Patienten von seinem Leiden, im Interesse des zweiten, vielleicht nicht erkrankten Auges, sondern vor allem im Interesse der Gesamtheit. Dieses letztere Interesse aber rechtfertigt ein Eingreifen der Staatsgewalt. Erörtern wir zuerst rein theoretisch die Massnahmen, die von seiten der öffentlichen Gewalt zur Bekämpfung des Trachoms in Palästina zu ergreifen wären, und übertragen wir die Betrachtungen alsdann auf die tatsächlich vorliegenden Verhältnisse. Wie es Europa gelungen ist, durch die Einführung der in einzelnen Ländern (so auch in Deutschland) obligatorischen Schutzimpfung gegen die Pockeninfektion die Pockengefahr in augenscheinlicher Weise zu dämpfen, so wird sich mit gleich gutem Erfolge eine einstige Sanitätspolizei in Palästina, die ja schon mit Rücksicht auf die an den Grenzen des Landes lauernde Choleragefahr zu den wichtigsten Erfordernissen bei der Reorganisation des Landes gehören wird, die zwangsweise Durchführung der beiden erwähnten prophylaktischen Momente zur Aufgabe machen müssen. Die Unterlagen für diese Arbeiten wird die Aufklärung der

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