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Altneuland · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Die Drusen
Date
1904-04-01
Page
Seite 111 (sequence 4)
Language
German
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— 111 — sabäischen Stämme, angesiedelt. Diese entrissen unter der Führung der Arslän und anderer südarabischer und später auch nordarabischer Geschlechter allmählich den gesamten Südwesten des Libanon der Urbevölkerung, den Marditen, und es entstand so im Libanon eine, von der christlich-aramäischen Libanonbevölkerung verschiedene, und zwar mohammedanische, der Sprache und der Abstammung nach arabische Enklave. In späteren Jahrhunderten sind dann kleinere Abteilungen von Mohammedanern nichtarabischer, türkischer oder kurdischer, Herkunft nach dem Libanon gekommen, wurden aber durch das weit .stärker vertretene arabische Element absorbiert. In diese von ihren arabischen Stammverwandten im schwer zugänglichen Libanon gebiet und dessen gebirgiger Umgebung geschaffene neue arabische Heimat waren schon früher durch die in Syrien von den Abbassiden hart verfolgten Karmaten, die als Flüchtlinge zu ihren arabischen Stammgenossen kamen, ismaelitische Anschauungen gebracht worden. So finden die Sendboten des Fatimidenkalifen el-Hakim, ecl-Darazi und Hamza, die 1017 und 1019 im Wadi et-Teim, dem oberen Jordantale, anlangten, dort geeigneten Boden. Sie wurden die Stifter der Drusenreligion. Die drusische Religion ist afus dem Ismailitertum erwachsen. Dieses gilt es in Kürze kennen zu lernen. Aus dem Kreise der Schiiten, d. h. derjenigen meist perismailitertum. sischen Mohammedaner, die das Imamat, die religiös-politische Führerstellung, einzig und allein den Nachkommen'Alis, des Neffen und Schwiegersohnes des Propheten zuerkennen, war unter dem Einfluss altpersischer Inkarnationslehren die Mahdiiehre erwachsen, cl. h. der Glaube, dass „der (von Gott) geleitete", der wahre von Gott auserwählte Kalife aus den direkten Nachkommen cAlis, der sich jetzt noch verborgen halte, eines Tages aufstehen und eine Regierung der Gerechtigkeit einführen werde. Als Mahdi wurde nun von der einen Richtung der Ahden der 7. Nachkomme cAlis, Isma'il, verehrt. Diese Kichtung führte daher den Namen Ismailier und ist um 750 entstanden. Ihr Hauptglaubenssatz ist das abermalige Erscheinen Ismails, oder vielmehr, da er selbst jung gestorben war, das seines Sohnes Mohammed. Dieser Lehre bemächtigte sich ein ehro-eizip-er Mann, o o o 7 'Abdallah b. Maimün, ein Perser, um 850, der Sohn eines freidenkerischen Augenarztes, der der ismailitischen Lehre ein aus allen möglichen philosophischen, sowie islamischen und altpersischen Anschauungen zusammengesetztes System gab, das den in alle

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