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Altneuland · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 110

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Die Drusen
Date
1904-04-01
Page
Seite 110 (sequence 3)
Language
German
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— 110 — Ethnographische Stelluno-. rung der Drusen ist in bezug auf ihre Religion und auch sonst wohl in Einzelheiten wesentlich ergänzt worden. Tracht. Die Drusen unterscheiden sich äusserlich schon durch ihre Tracht — bei den Männern die schwarz-weiss- oder rotgestreifte cAbäje und den „Eingeweihten" der schwarze Talar, als Kopibedeckung der mit dem weissen, nicht wie bei den Mohammedanern bunten Turban umwickelte Fez, von dem aber das schwarzseidene Büschel abgeschnitten zu werden pflegt, bei den Frauen der mit Aermeln versehene Kumbäz, und von der Taille an die Säje, ein den Drusen eigentümliches schwarzes Tuch, um den Oberkörper shawlartig ein dünner, weisser Schleier, der auf dem Kopf festgehalten wird, und mit dem die Frauen bei der Annäherung eines Fremden das Gesicht bis auf ein Auge bedecken, während der Tantür, der früher übliche, oft einen halben Meter lange Metallaufsatz als Kopfputz nicht mehr im Gebrauch ist. Abgesehen von der Tracht unterscheiden sich die Drusen von den Arabern der Steppe und der Wüste und erst recht von den Städtebewohnern „durch ihr trotzig blickendes Auge, ihren wilden Bart, ihre besonders kräftige Gestalt,"1) wie überhaupt durch Körperbau und durch körperliche Eigenart. Trotzdem sind sie im Anschluss an die drusische Tradition2) als Nachkommen arabischer Stämme zu betrachten, nicht wie man es früher tat, als Nachkommen von Kurden, Persern und anderen eingewanderten Elementen oder, wie seit So ein im „Baedeker" 3), als Ueberreste der alten aramäischen Urbevölkerung anzusehen. Die ethnographischen Verhältnisse Syriens werden sich vielmehr wohl so darstellen, dass die mohammedanische Bevölkerung im ganzen die Mischung aus alten aramäischen und teilweise schon vor der islamitischen Eroberung eingedrungenen arabischen Elementen darstellt, während sich rein arabische Elemente in den Drusen, rein aramäische Elemente in den Christen des Libanon, das ist also vorzugsweise den Maroniten, erhalten haben. Die Geschichte der Drusen wird uns diese ethnographische Aufstellung für sie bestätigen. Vorgeschichte jm Libanon wurden von dem zweiten Abassidenkalifen Abu der Dr^en. Dschacfar el Man§ür (136—158 p. H. 754—775 n. Chr.) die chirensischen Eroberer von Syrien, cl. h. die Nachkommen der vor 450 aus Südarabien nach Nordarabien ausgewanderten *) Oppenheim 1,111. 2) Ibidem. 3) Siehe Baedekers Palästina und Syrien 5XCIII.

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