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Altneuland · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Die jüdische Kolonisation Palästinas
Date
1904-04-01
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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— 104 — durch Verkauf des Holzes in dem holzarmen Lande selbst, sei es als Exportartikel. Schon jetzt werden einzelne Stämme verkauft und erzielen schon im Alter von 4—8 Jahren Preise von 2—5 Frcs. pro Stamm. Der eigentliche Ackerbau spielt natürlich gleichfalls in den jüdischen Kolonien eine grosse Rolle, namentlich in den neu angelegten Kolonien zwischen Nazareth und Tiberias. Weizen bildet die Hauptfrucht, und zwar sind es verschiedene Sorten des Hartweizens, die zur Mehlgewinnung weniger geeignet sind, wohl aber zur Gries- und Maccaronifabrikation dienen; daher geht der Weizen Palästinas mehr nach Italien, Türkei und England, als nach Deutschland. Die zweitwichtigste Getreidefrucht, die Gerste, ist in Palästina von vorzüglicher Qualität, besonders die Gerste von Gaza ist berühmt und dient in England zur Bierbeziehungsweise Ale-Bereitung; auch die jüdischen Kolonien beteiligen sich an der Produktion, doch kann nur wenig exportiert werden, da das meiste als Viehfutter verwendet wird. Von Leguminosen werden vor allem Lupinen in sandigen Böden, Linsen, Kichererbsen und Pferdebohnen in schwereren Böden kultiviert, ebenso zu Futterzwecken Wicken und Erven (Wicklinsen); alle diese Kulturen, die sonst im Lande schon lange einheimisch sind und auch bedeutende Exportartikel darstellen, finden in den jüdischen Kolonien erst seit wenigen Jahren, aber in immer steigendem Masse Eingang. Als Sommerkulturen kommen vor allem Sesam, Dari (Sorghum) und Mais in Betracht, Mais nur zu eigenem Gebrauch, während Darrhi und besonders Sesam auch exportiert werden, Sesam hauptsächlich nach Frankreich, Darrhi nach England. Kleine Versuche mit Erclnuss speziell in Chederah haben gezeigt, dass diese Kultur für Palästina sehr empfehlenswert ist. Ebenso dürfte die bisher nur vereinzelt, und zwar mit Erfolg versuchte Leinkultur einer grösseren Ausdehnung fähig sein. Wassermelonen kommen für die sandigen Böden als Sommerkulturen schon jetzt in Betracht (z. B. in Chederah) und könnten bei einer richtigen Organisation des Handels massenhaft auch von den jüdischen Kolonien in Judäa und Samaria nach Aegypten und den türkischen Häfen exportiert werden, wie es jetzt schon von anderen Plätzen Palästinas geschieht. Die Gemüsekultur ist in den jüdischen Kolonien im ganzen noch sehr rückständig, da es an Konservenfabriken fehlt

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