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Altneuland · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 101

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Die jüdische Kolonisation Palästinas
Date
1904-04-01
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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— 101 — Zweige der Rebkultur, der bei den Arabern schon zwei bedeutende Produktionszentren — Damaskus und Es-Salt — geschaffen hat, bisher noch zu wenig Aufmerksamkeit zu. Einen Artikel von grosser Zukunft, der aber für die jüdischen Kolonien erst jetzt anfängt Bedeutung zu erhalten, bilden die Orangen. Besonders die Jaffa-Orange — in Deutschland zuweilen auch als Jerusalem-Orange bezeichnet — ist wegen ihrer Frühreife und wegen ihres schönen Aussehens berühmt. Etwa 900—1000 ha Orangengärten (Bujaren) umgeben Jaffa, während 200—250 ha neu angelegte Gärten sich ihnen anreihen; freilich sind von diesen älteren Gärten nur einige wenige in jüdischem Besitz; dagegen waren im Jahre 1902 schon über 200 ha Orangengärten in den jüdischen Kolonien angelegt, nicht nur bei Jaffa, sondern auch in' Samaria und Galiläa, und allein im letzten Jahre sollen ca. 60 neue Hektare in den Kolonien dicht bei Jaffa hinzugekommen sein. Bisher tragen freilich von diesen Gärten erst ganz wenige. Wenn man aber bedenkt, dass die 1000 ha Orangengärten Jaffas, die z. T. in miserabler Verfassung sind, doch für über 3 Millionen Frcs. Orangen jährlich produzieren, von •denen für 2y2—23/4 Millionen Frcs. exportiert werden1), so gelangt man zu dem Schluss, dass die etwa 300 ha Orangengärten der jüdischen Kolonien in einigen Jahren für mindestens 1 Million Frcs. an Orangen werden exportieren können. Auch Zitronen und Paradiesäpfel (Ethrogim) werden in manchen der Orangengärten kultiviert, doch vorläufig in geringerer Menge, wenngleich die Zitronenkultur nebst lokaler Herstellung' von Limonensaft — bekanntlich jetzt ein Weltartikel — vielleicht dermaleinst für Palästina von grosser Bedeutung werden kann. Vielleicht wird sich in Zukunft auch die Herstellung der sog. kalabreser und sizilianischen Essenzen, wie Bergamottöl, Zitronenöl, Pomeranzenöl, Orangenblütenöl, in den jüdischen Kolonien entwickeln lassen, ebenso wie sich wohl auch die Bienenzucht mit der Orangenkultur mehr als bisher verbinden Hesse. Wird doch schon jetzt in einzelnen Kolonien, wie Pethach-Thikwah, Rischon-le-Zion und Waad-el-Chanin, Orangenhonig hergestellt, an letzterem Ort soll ein Kolonist über 200 Bienenstöcke besitzen. Wie dem auch sei, jedenfalls ist die Orangenkultur als solche noch einer bedeutenden Ausdehnung fähig, das Land *) Siehe A. Aaronsohn'u. Dr. S. Soskin: „Die Orangengärten von Jaffa" im „Tropenpflanzer", Zeitschrift für tropische Landwirtschaft, 1902, No. 7, S. 341-361.

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