Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 4 (April 1904)
- Article
- Die jüdische Kolonisation Palästinas
- Date
- 1904-04-01
- Page
- Seite 100 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2266000-2266001-2266006-2266391--0255-2266417- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 100 — werden — viele Reben mussten wegen der Reblauskrankheit auf amerikanische Unterlagen umgepfropft werden —, so werden die- Kolonisten daraus Bruttoerträge von mindestens iy4 Mill. Frcs.- und Reinerträge im Werte von mindestens 500 000 Frcs. erzielen. Das Hauptgewicht ist natürlich auf Erzielung besserer Preisezu legen, was durch Detailverkauf für die 60000 hl der jüdischen Kolonien ebensogut erreichbar sein sollte, wie für die- 8000 hl des von den Templer-Kolonien exportierten, eher etwas^ weniger gut zubereiteten Weines. Dieses Ziel zu erreichen, bemühen sich mit steigendem Erfolge eine Reihe Verkaufsgesellschaften, unter denen vor allem die Karmel-Gesellschaften (in Warschau, Wien, Kopenhagen, New-York sowie dem Orient),, die Palestine Wine Cy. in London, die Importgesellschaft Palästina in Berlin und die Societe Vigneronne in Jaffa-Jerusalem1) angeführt sein mögen, von denen einige schon ganz bedeutende Dividenden zu zahlen in der Lage sind. Von den 46 000 hl,, welche die jüdischen Kolonien im Jahre 1902 produzierten, sollen die Eliadah ca. 30000, die europäischen Verkaufsgesellschaften ca. 6000 hl abgesetzt haben, während schon 10000 hl im Orient selbst verkauft werden konnten. Dieses Orient-Verkaufsgeschäft wird vor allem einer Ausdehnung fähig sein; schon jetzt kauft Aegypten viel Wein, besonders gross ist der Umsatz der Firma J. Nessler in Alexandrien, und sowohl in Beirut, Smyrna, Konstantinopel, Saloniki als im Libanongebiet und in Cypern begegnet man schon diesen Weinen. Während die Süssweine und die herben, feinem Burgunder ähnlichen Weine Palästinas schon jetzt als vorzüglich anzusehen sindr ist man neuerdings auch im Begriff, feine Rotweine und Tokayer Ausbruch in Palästina herzustellen. Die Ausfuhr von frischen Trauben erscheint wegen der noch mangelhaften Verbindungen schwierig, doch könnte sich Port Said mit seinem Suezkanalverkehr zu einer wichtigen Absatzquelle für Trauben entwickeln, ebenso dürften schon bald nördlichere Plätze, wie Konstantinopel, Smyrna, Saloniki, Odessa, dafür in Betracht kommen, da die Traube in Palästina mehrere Wochen früher zur Reife gelangt als in der europäischen Türkei und Kleinasien. Auch die Rosinenbereitung2) dürfte in Zukunft eine grosse Rolle spielen, leider wenden die Kolonisten diesem wichtigen 1) Die „Societe Vigneronne de Jaffa" ist vor kurzem dem „Orient-Karmel" einverleibt worden. D. Red. 2) Siehe A. Aaronsohn u. Dr. S. Söskin in No. 32 u. 33 der „Welt" 1903,.