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Altneuland · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Zur Begründung des Kommissionsvorschlages
Date
1904-03-01
Page
Seite 68 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 68 — rationell zu arbeiten (Tiefpflügen, Düngen etc.), wird jedermann einsehen. Der Boden wird ausgeraubt werden müssen. Das einfachste wäre, die vom Nationalfonds zu erwerbenden Flächen in Oelpflanzungen zu verwandeln. 3. Bei der Wahl der Baumgattung geben wir dem Oelbaum aus mehreren Gründen den Vorzug: a) Die Sicherheit des Absatzes für das Produkt des Oelbaumes — Olive, Oel, Seife —■ ist unter den Erzeugnissen der Baumkulturen am grössten. Das Produkt, Olive und Oel, ist kein Genussmittel, wie der Wein, die Orange, die Feige, die Mandel etc., es ist ein Nahrungsmittel für die grossen Massen des Volkes im Lande selbst und in fast allen übrigen Ländern. Die aus dem rohen Oel gewonnene Seife ist ebenso ein Produkt des sichersten Verbrauchs. Die Erzeugnisse der Oelpflanzungen unterliegen am wenigsten der Gefahr einer Ueberproduktion und somit einer Stockung im Absätze. Der Markt für das syrischpalästinische Oel ist ein gegebener. Er ist zwar entwickelungsfähig, braucht aber nicht erst entdeckt zu werden wie beim Wein. b) Der Oelbaum ist wohl der langlebigste Repräsentant der Kulturpflanzen. Bäume, die ein Alter von 300 bis 400 Jahren, selbstredend bei rationeller Pflege und Schonung, erreichen, sind nicht selten. Es sollen sogar einige Exemplare existieren, die 1000 Jahre alt sind. Für eine Volksdomäne, die ebenso für Jahrhunderte berechnet sein muss, kommt der Oelbaum so gut wie ausschliesslich in Betracht. Denn die anderen Baumarten, die in Betracht gezogen werden könnten, haben eine bedeutend geringere Lebensdauer, ihre Produktivität hört nach 30—40 Jahren auf, manchmal noch früher. c) Die Pflege des Oelbaumes ist zweifellos eine ziemlich leichte, immerhin ist eine regelmässige, sachgemässe Ueberwachung erforderlich, wenn die Anlage produktiv sein soll. Bei direkter Mitarbeit des Eigentümers gedeiht ja der Oelbaum, wie das bei allen Baumkulturen der Fall ist, am besten, zuweilen genügt aber auch eine gut durchgeführte Ueberwachung. Bei Volksdomänen ist zwar direkte Mitarbeit des Besitzers undurchführbar, eine Ueberwachung dagegen lässt sich mit Leichtigkeit durch Beamte erreichen. d) Die Anlage- und Unterhaltungskosten sind bei Oelpflanzungen relativ gering. Da spezielle Anlagen, wie Brunnen, Kanäle, Bassins, komplizierte Aufbereitungsmaschinen etc., nicht erforderlich sind, so kann die Anpflanzung beliebig gross sein,

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