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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Jaffa. Handelsbericht für das Jahr 1902
Date
1904-02-01
Page
Seite 52 (sequence 3)
Language
German
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— 52 — nicht immer besten Art des Landes verwachsenen Agenten eine nach europäischer Anschauung regelrechte Geschäftsführung ausgeschlossen und Schikanen aller Art die Tür geöffnet ist. An dieser Stelle mögen einige Angaben über das ausschliesslich in den Händen der Einheimischen liegende Geschäft des Ein- und Ausbootens der Reisenden und Waren in Jaffa eine Stelle finden. Sieben Personen (sechs Mohammedaner, ein Christ) besitzen 36 Boote zur Reisendenbeförderung, darunter 26 grössere von teilweise mehr als acht Meter Länge, und 50 Leichterboote für den Frachtverkehr. Bestimmte Beförderungspreise lassen sich weder für Reisende noch für Waren festsetzen; massgebend ist für die Preisbestimmung bei Personen deren Anzahl, bei Personen und Waren der Seegang. Die Bootsleute sind fast ausschliesslich Mohammedaner (rund 300, davon 8 Christen). Für die von Arabern (jetzt ausschliesslich, früher auch periodisch von Italienern) betriebene Fischerei stehen 20 Boote zur Verfügung. Für alle diese Boote sind an die Hafenbehörde (limän rei'ssi) monatliche Abgaben zu entrichten und zwar für die 8 besonders grossen Personenboote, die 50 Leichterboote und die 20 Fischerboote für jedes Boot 201/4 Goldpiaster (etwa 3,70 Mark), für die 18 mittelgrossen Personenboote je lO1^ Goldpiaster (etwa 1,90 Mark) und endlich für die 10 kleineren Personenboote 51/4 Goldpiaster für das Boot (etwa 95 Pfennige). Die Frage der Anlegung eines Habens dürfte noch auf lange hinaus ohne Antwort bleiben. Die Beteiligung des jüdischen Elements am Handel ist, abgesehen von der Ausfuhr des Weins, der auf den grossen vormals Rothschildschen, jetzt überwiegend der sogenannten Ica-Gesellschaft (Jewish Colonization Association) unterstellten Kolonien erzengt und in Aegypten, Frankreich und Deutschland Absatz findet, eine sehr geringe. Die wenigen Einzelkaulleute Jaffas haben für den Handel eine nur untergeordnete Bedeutung und sind nicht kapitalkräftig genug, um ihre Verbindungen auszubauen. Eine jüdische Kommissionsfirma befasst sich vorwiegend mit der Einfuhr von Ackerbaumaschinen usw. von Amerika und dem Königreich Sachsen und arbeitet beinahe ausschliesslich für den Bedarf der jüdischen Kolonien. Diese jüdischen Acker- und Weinbaukolonien, 26 an der Zahl mit einer Seelenzahl von 4969 Israeliten, vorwiegend Aschkenasim, sind durch das ganze Land Palästina hin verstreut, von welchem 309 872 Dunam 28 508 Hektar*) (1 Hektar — 10,87 Dunam) Grundeigentum dieser Kolonien sind. Die grösste Kolonie, der Bodenfläche, nicht der Bewohnerzahl nach, ist die Kolonie im Dscholän im Haurän (im Kaza M'zerib — Station der Eisenbahn Damaskus— Mekka —) mit 65000 Dunam; die grösste Seelenzahl hat die Kolonie Pethach- Thikwah (arabisch Omlebbes) im Bezirk Jaffa, mit 818 Einwohnern. Ausser dieser Kolonie liegen innerhalb des diesseitigen Amtsbezirks noch 6 andere, darunter die in Europa neben der oben genannten und Samarin (Zichron Jakob) bekannteste Weinbaukolonie Rischon-le-Zion mit ihren grossartigen Betriebseinrichtungen. Die christlichen fremden Staatsangehörigen, welche sich mit dem Handel befassen, sind wenig zahlreich, treten indessen namentlich als Einfuhrhändler *) Das Grundeigentum der Kolonien reicht jetzt an 40 000 Hektar heran. Die von Dr. Büge angeführte Zahl entspricht annähernd dem Besitzstande im Jahre 1898. Ein Artikel über die „Jüdische Kolonisation Palästinas", den wir in No. 3 unserer Zeitschrift bringen werdeD, gibt darüber genauere Angaben. Die Bevölkerung der Kolonien ist jetzt auch etwas grösser. Die Redaktion.

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