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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Der Kampf gegen die Malaria
Date
1904-02-01
Page
Seite 49 (sequence 5)
Language
German
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— 49 — räume durch Chlordämpfe und ähnliches von den Mücken zu säubern; aber einige von ihnen erhalten sich gewöhnlich trotzdem in Schlupfwinkeln, um wieder hervorzukommen, wenn die Luft reiner geworden ist. Besser wirken die mechanischen Schutzmittel, die bekannten engmaschigen Mosquitonetze. Die Betten werden ganz in diese Gaze gehüllt, in manchen Gegenden auch die Türen und Fenster der Häuser. Findet sich aber irgendwo ein kleiner Riss, so darf man sicher sein, dass die Anopheles ihn recht bald entdecken und die ganze Vorrichtung illusorisch machen. In neuerer Zeit bemühen sich nun die Tropenärzte, radikale Mittel zur Vertilgung dieser gefährlichen Insekten selbst zu finden. In der Zeitschrift „The West African Mail" (23. Okt. 1903) veröffentlicht der ausgezeichnete Malariaforscher Prof. Ronald Ross seine Erfahrungen über die Krankheit und kommt zu dem Schlüsse, dass eine energische und endgültige Bekämpfung der Malaria nur dann möglich sei, wenn man die Brutstätten der Mücken zerstöre und ihnen die Möglichkeit der Vermehrung und Entwicklung raube. Er teilt mit G.Bro w n*) die Ueberzeugung, dass alle Chinindarreichungen und sämtliche subjektiven Schutzvorrichtungen ungenügend seien, wenn man den Anopheles nicht die Existenzbedingungen nehme. Die Larven dieser Mücken können bekanntlich nur auf der Oberfläche stehender Gewässer gedeihen. Daher wurde vorgeschlagen : 1. Die Sümpfe nach Möglichkeit trocken zu legen oder 2. auf den Wasserspiegel eine Schicht Petroleum zu giessen, die den darunter befindlichen Larven die atmosphärische Luft abschneidet. Nun, dieses zweite Mittel ist nur von bedingtem Werte, da die Oelsch,icht sich gern zusammenzieht und infolgedessen an vielen Stellen den Luftzutritt gestattet. dagegen wäre natürlich die Austrocknung der Sümpfe ein Idealverfahren, wenn es sich überall durchführen Hesse und nicht allzu hohe finanzielle Opfer erforderte. Ross schlägt daher vor, sich zunächst mit der Trockenlegung derjenigen Sümpfe zu begnügen, die sich innerhalb oder in der nächsten Umgebung der Kolonial Zentren befinden. Zweifellos kann dadurch viel erreicht werden. *) The Imperial and Asiatic quarterly Review and oriental and colonial Record. Oct. 1903.

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