Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- Der Kampf gegen die Malaria
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2266000-2266001-2266004-2266209--0130-2266263- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 48 - 2. Die Gesunden von den Stichen infizierter Anopheles zu schützen. 3. Die Entwickelun,g der Anopheles selbst zu verhindern. Die Abtötung der Malariaerreger selbst, nämlich der in den roten Blutkörperchen lebenden und sich vermehrenden Plasmodien, empfiehlt u. a. besonders Robert Koch. Das Verfahren besteht in der Darreichung des bekannten, spezifisch wirkenden Chinins und hat nach den Angaben des grossen Forschers und seiner Schüler nicht nur für die Therapie, sondern auch für die Prophylaxis glänzende Erfolge gezeitigt. Leider haben andere Autoren weniger günstige Erfahrüngen gemacht, und es scheint, dass die Koch sehe Methode doch in vielen Fällen versagt, dass also das Chinin wohl als das souveräne Mittel für die Heilung,, nicht aber für die Verhütung der Malaria gelten darf. Abgesehen davon, dass sich die unzivilisierten Eingeborenen tropischer und subtropischer Gegenden nur selten zur Durchführung einer systematischen Chininkur bewegen lassen, muss man erwägen, d,ass das Chinin keine indifferente Substanz ist und bei längerem Gebrauch zu unangenehmen Nebenerscheinungen (Schwarzwasserfieber) führen kann. Uebrigens gibt es eine Form (Halbmondform) des Parasiten, die ausserordentlich widerstandsfähig ist und trotz aller Chmindosen am Leben bleibt und ihre ansteckende Kraft bewahrt. Man sieht schon daraus, dass das auf die Vernichtung der Parasiten selbst gerichtete Verfahren vieles, aber nicht alles leistet und in seiner Anwendung nicht ganz ungefährlich ist. Da nun das infektiöse Virus lediglich durch die Anopheles übertragen wird,, wäre es natürlich eine nicht nur harmlosere, sondern auch sicherere Prophylaxe, wenn man die Menschen vor den Stichen der Insekten schützen könnte. In der Tat wurde dieser Weg längst beschritten und hat zu relativ günstigen Resultaten geführt. Es wurde empfohlen, den Körper mit leicht flüchtigen Essenzen und ätherischen Oelen — Eukalyptus-, Kümmel-, Bittermandelöl — zu bestreichen; L ö f f 1 e r sah bei der Anwendung von Citronenöl, dass die Anopheles zwar an den Körper herankommen, aber nicht stechen. Indessen ist diese Behandlung nicht gerade sehr bequem und muss mit der Zeit einen schädigenden Einfluss auf den Körper, speziell auf die Nieren, ausüben. Man hat ferner versucht, die Schlaf-